Perth bis Adelaide

Perth Oktober 2019

Nach einer für uns relativ kurzen Reisezeit von 19 Stunden Zürich-Perth, holten wir unsere hinter dem Flughafen in einer Storage Unit eingestellten Fahrzeuge ab. Super System, Preis-/Leistungsverhältnis stimmt und perfekt von Wind und Wetter geschützt. 3 Min entfernt davon, erwartete uns auf dem Caravan Park am Swan River in Perth unsere bereits zum Voraus reservierte Camp Site. Hier blieben wir eine Woche, ankommen war angesagt!

Tips:Es lohnt sich bevor man Neuseeland oder Australien bereisen will, das App „Camper Mate“ herunter zu laden. So ist es möglich offline von den Erfahrungen anderer Reisenden zu profitieren. Auch Maps. Me bewährt sich für uns seit Jahren. Online die Karten des jeweiligen Landes herunterladen, die dann offline zusammen mit dem GPS überall benützt werden können. Da sich leider auch die Berichte der Brände an der Ostküste häufen, schauen wir regelmässig ins Fires Near me App und die Wetterentwicklung auf www.windy.com. Es ist so oder so interessant die weltweite Wetterlage zu beobachten, egal wo man ist.

Während unserem Aufenthalt in Perth, besuchten wir die Familie vom Boot Neverland. Genüsslich tauschten wir schöne Segelerinnerungen von Tonga und Fiji aus. Netterweise durften wir ein Ersatzteil dorthin kommen lassen. Danke Nat und Stu.

6030 SchweizerBevor wir los reisten, lernten wir auf dem gemütlichen Campground 2 Schweizerehepaare die auf dem Heimweg waren kennen. Es ist extrem heimelig wieder mal „zrede wie eim der Schnabu gwachse isch“! Es het gfägt!! Danke für die Barossavalley tips, hat sich gelohnt.
Die Frühlingstemperaturen schwankten oft begleitet vom kühlen Südwestwind zwischen 15C-35C. Unglaublich was da alles blühte, jede nur erdenklich blühfähige Pflanze oder Baum erstrahlte in einmaliger Farbenpracht. Wildblumen soweit das Auge reichte.

Am 1. November geht’s los, wie die Australier so schön sagen, let’s hit the road.
Im Serpentin Falls Park essen wir, in Gesellschaft von einem  Känguru Mami, Lunch und beim Drakesbeook Weir schlugen wir unser Nachtlager bei relativ viel böigem Regen auf. Der Platz liegt idyllisch an einem künstlich geschaffenen Weiher mit 8 überdachten Essbanktischmöglichkeiten. Am Morgen belohnten uns warmer Sonnenschein und viel Ruhe für die gestrigen Strapazen. Eine  Ideale Umgebung um den neuen Generator zu testen, wie auch um die schwarzen und weissroten Kakadus zu beobachten.

6031 Ngilgi CaveUnterwegs in der Harvey Showkäserei degoutierten wir ein paar Goodies und unter einem schattigen Baum neben Emu und Dromedar genossen wir einen von Iris jeweils am Morgen für die Reise vorbereiteten Mini- Lunch. Die Fahrt ging weiter durch den Tuart National Forest nach Margaret River.
Eine angenehme Gegend, um ein paar Tage in Ruhe am blauen Meer entlang der Wildblumenpracht zu schlendern und zu verweilen. Beim Naturaliste Lighthouse beobachten wir in weiter Ferne die letzten Wale auf dem Heim „ Schwumm“ in die Antarktis. Wir besuchen die uralten Ngilgi  und Mammoth Cave und lernen im Leeuwin National Park den Unterschied von den stattlichen Riesenbäumen Marri und Karri kennen.
Auf dem Weg nach Augusta unbedingt das Boranup Gallerie Café mit seinen künstlerischen Werken besuchen, es lohnt sich. Schon bereits im Vorfeld, hatte Martin ein paar der interessanteren 4x4 Tracks herausgesucht. Der Erste führte uns an den Jasper Lake. D.h. beim Pneu Luft auf 20Psi für eine 77 km lange Entdeckungstour ablassen. Unseren Offroad tauglichen Trailer liessen wir zur Schonung des Materiales auf dem Campground stehen. Die Umgebung von Augusta hat einige sehr schöne Naturgebiete zu bieten.

6032 Warren TrackBei Pemberton bestiegen wir einen Teil des „Evan fire watch tree“.  Die nicht allzu bequemen Riesenstahlnägel dienen spiralförmig als Treppe um  wie der Name bereits sagt, aus 74m Höhe die Feuergefahr rechtzeitig zu erkennen. Der 2.Track war schon ein wenig extremer. Dünen rauf, zuerst rausschaufeln, dann haben wir den Trick raus. Nochmals mit viel Anlauf das Ganze von vorne diesmal mit untersetztem Getriebe. Oben war das Fahren wie auf einer blauen breiten Skipiste, herrlich weich, wie im Pulverschnee. Dann führte die Strecke durch den Warren River wo zwecks Schadenbeschränkung Iris barfuss mit zwei langen Stecken die Flusstiefe inspizierte. So hat sich das frühere Ankerkontrollieren auf in Flüsse auskundschaften umgelagert. Hauptsache es hat Wasser.

Auf dem CG lernen wir einen Winzer mit Team vom Mc Larren Valley kennen, der uns einen sehr interessanten Einblick zum Zweien der Reben gibt. Diese sehr strenge Arbeit verrichten sie jährlich jeweils 4 Monate am Stück, mind.10 Std pro Tag und dies 7 Tage lang.

 15.11.19 Mitten im überwucherten Busch, wendete Martin innerhalb der zugewachsenen Strasse gekonnt unser Auto mit Trailer. Das Erklimmen von Mt. Frankland mit einem wunderschönen Anlaufspaziergang belohnt wieder mit einer herrlichen Rundumsicht. Der Weg, wie auch die 303 Treppen wurden gebaut, um in den Feuer gefährlichen Monaten den Aufstieg der zuständigen Überwachung Person auf den stattlichen Felsen zu erleichtern.

Die Nächte werden langsam wärmer, d.h. im Schnitt 8-12C was uns motiviert wieder vermehrt wild zu Campen, dies ist in West-, wie auch in Südaustralien an vielen Orten möglich. Wir waren auch mit Kalea praktisch immer am Anker, die Freiheit und das nicht eingequetscht sein, lässt uns jederzeit ein wenig mehr Mühe auf uns nehmen.

6033 Eagle NestBei Walpole durften wir in den Baumkronen die jungen Adler bewundern und im Giant Tree Walk in 40m Höhe durch die Riesenbaumkronen durch spazieren. Die Gegend wird langsam trockener, die Weizenfelder sind oft mit wunderschönen grossen Felsen durchzogen.
Im Cozy Corner CG am Meer, der auch einer der vielen gratis Plätze hat, blieben wir 3 Nächte. Von dort aus besuchten wir das Walfischmuseum, die Sandelwoodfactory, wie auch das Blowhole in Albany.

Für den bereits seit Tagen angesagten starken Regen waren wir perfekt vorbereitet. Wie erwartet erwachten wir mit Prasselregen, warteten das erste Wolkenbruchloch ab, alles zusammen packen und ein paar Minuten später sassen wir bereits gemütlich beim nahe gelegenen Roadhouse auf der Veranda und frühstückten. Wie immer super Teamarbeit.

 

6037 Fitzgerald River NPDer Fitzgerald River NP toppte die Pflanzenvielfalt noch mit der endemischen Royal Hakea und beim Abendessen kriegen wir Besuch von kleinen grauen Wallabys.
Unterwegs gegen Stokes NP sahen wir Emu, tote Schlangen, kleine Lacer monitore,  verschiedene Skinks, natürlich hunderte unsd unbekannte Pflanzen, Schaffe, Spinnen, grosse Pelikane und schwarze Kakadu. Die Traumstrände lassen wir leider ein wenig links liegen, der kalte Südwind macht einem „uf bärndütsch gseit, e sturme Gring“.

Von Esperance über den Daniels Beach nehmen wir die Pamango Rd um auf den Balladonia Track zu gelangen. Gemäss Ranger ist das Feuer gelöscht. Beim Deralinya Homestead, genossen wir unseren Lunch. Die Vorstellung wie sie früher gelebt hatten fällt einem an solchen Orten relativ einfach. Unterwegs schlagen wir im Busch das Nachtlager auf und am nächsten Tag geht’s weiter auf der 146.6 Km geraden Eyre Highway. Der längsten geraden Strassenstrecke in Australien. Wir klopfen gegen Süden, unterwegs übernachten wir meist wild, genossen den Sternenhimmel und die Freiheit. Entlang nach Nollarbor lesen wir eine der leider vielen hässlichen Nuklear Geschichten, wir staunen wie viele Orte für Atombombentests missbraucht wurden. Rücksichtslos gegenüber allem und jedem Das traurige Gefühl wird bald durch die stattlichen Kornspeicher und die Gipsminen abgelenkt.

6034 Ship Shearing30.11.19 Coodlie Park Bushcamp, hier wurden wir von den Friends of the Gawler Ranges NP  zu ihrer Clubweihnachten eingeladen. Am grossen Campfeuer wurden Geschichten über das Buschleben ausgetauscht, es war ein sehr geselliger und fröhlicher Aufenthalt. Peter offerierte uns am nächsten Tag auf seiner Schafsfarm im Busch zu übernachten, so dass wir tags darauf am Schafe schären teilnehmen durften. Dankend nahmen wir dieses interessante Angebot an und staunten nicht schlecht ab der Effizienz des Teams. Pro Mann wurden im Akkord 130 Schafe geschoren, was eine unglaubliche Leistung ist. Dementsprechend sortieren die Frauen fleissig die Wolle, alles geht fliessend Hand in Hand. Die meiste Merinowolle wird nach China exportiert, wo leider bereits der Preis so gedrückt wird, dass die Farmer stark darunter leiden.

6035 Gawler RangesUeber Port Lincoln wo wir Robin und Jim besuchten, fuhren wir wieder hoch nach Wudinna. Dort trafen wir uns mit Wendy, Trisha, Westy und Marry zu einem gemütlichen Café, kauften beim lokalen Metzger noch Fleisch ein und reisten hoch über die Gawler Ranges nach Mt. Ive Station. Wir sind in so abgelegenen Gegenden, wo wie hier weit und breit kein Mensch sichtbar ist. Immer wieder schätzen wir unser Satelitten Telefon. Sobald man im Buschland ist, gibt es praktisch null Telefonempfang. 6036 Lake GairdnerAm dritten Tag kam ein Filmteam aus Frankreich angereist um die einmalige Gegend des Lake Gairdner  für die Schulen in Belgien und Frankreich zu filmen. Im Gegensatz zu uns, hatten sie eine Bewilligung eingeholt, um mit dem Auto auf den 160x50km grossen Salzsee zu fahren. Wir waren schon am Rande der riesig weissen Fläche tief beeindruckt.

Da über 40C erwartet wurden, fuhren wir runter ans Meer. Anstelle von einer kühlen Brise, wurden wir mit böig heissem Wüstenwind und einer Fliegeninvasion willkommen geheissen. Iris erfrischte sich trotz der Fliegenplage bei gefühlten Wassertemperaturen von 38C trotzdem.

Langsam war es an der Zeit Richtung Barossa Valley zu fahren, die Seele baumeln lassen, ab und zu auf einem grünen Weingut feinen Wein zu degoutieren und unsere Webseite zu aktualisieren. Es gibt hunderte von Fotos zu sichten und natürlich alle Jahre wieder den Weihnachtsbrief zu verfassen. Am Dienstag werden wir das Auto in Adelaide in den Service geben um am Freitag für eine Woche auf den Kangaroo Island unsere Weihnachtsferien zu verbringen. Wir werden wie jedes Jahr unsere Familien sehr vermissen und gleichzeitig dankbar sein, dass wir an der Wärme sein dürfen.

Alice Springs bis Perth

6010 GunLomVon Alice Springs ging es zügig nach Norden. Nach einer Zwischenübernachtung im Mary River Roadhouse erreichten wir am 30. Juni den Kakadu-Nationalpark. Der  erste Besuch galt dem Gunlom Wasserfall. Eine einstündige Wanderung brachte uns zu den Wasserbecken, die sich oberhalb des Falls gebildet hatten. Mangels Badekleid tauchte Iris, mit samt ihren Kleidern in das erfrischende Nass. Unser nächster Stopp waren die Jim Jim Falls.

6011 JimJIm CampgroundHier übernachteten wir auf einem lauschigen Natur-Campingplatz. Am darauf folgenden Morgen fuhren wir ohne Trailer über eine ca. 10Km lange 4-Weel Strecke zum Parkplatz, um dann über einen recht beschwerlichen Weg nach 1.5 Stunden den Wasserfall zu erreichen. Eine herrliche Gegend mit einigen Pools (schwimmen verboten, Krokodile) und farbigen Felswänden.

6012 Ubirr NPAm Nachmittag fuhren wir mit einigen Zwischenhalten an interessanten Stellen weiter bis nach Ubirr. In der Sonnenuntergangsstimmung besuchten wir die berühmten Felsmalereien der Aborigines. Die Zeit vom 2. Bis 4. Juli verbrachten wir in Darwin und erholten uns von den vielen herrlichen Eindrücken.

6013 Kununurra Zebra RockNach einer Zwischenübernachtung beim Victoria River Roadhouse erreichen wir am Nachmittag des 6. Juli gerade rechtzeitig Kununurra, um auf dem erhöhten Aussichtpunkt die weite Landschaft bei Sonnenuntergang zu geniessen. Am nächsten Morgen wanderten wir vor dem Frühstück durch ein eindrückliches Tal mit vielen roten Felsformationen. Den Rest des Tages genossen wir in und um Kununurra und besuchten den „Zebra-Rock“-Künstler, der aus den Zebrasteinen viele wunderschöne Gegenstände herstellt.

Gibb River Road
Die Gibb River Road ist eine ca. 750Km lange Naturstrasse und führt von Kununurra bis Derby quer durch das Gebiet „Kimberley“.


6014 El Questro1.und 2.Tag: Von Kununurra aus sind es nur 75 Kilometer Richtung Westen zum El Questro Wilderness Park, einer bewirtschafteten Viehstation und Ferienziel am östlichen Rand der Kimberley Region. Auf dem Weg überquerten wir den Pentecost River. Aufgrund der vier grossen Flusssysteme, die den Park durchziehen, sahen wir eine Vielzahl von einheimischen Tieren, Vögeln und Fischen in den Flüssen sowie Süßwasserquellen und Schluchten. Wir besuchten das Warmwasserbecken „the Grotto“ und fuhren auf 4-Weel-Strecken zu erhöhten Aussichtspunkten, die einen unvergesslichen Eindruck hinterliessen.

 

 


6015 Home Valley Pentecost Rive3.Tag: Besuch der Emma Gorge mit 3 stündiger Wanderung in einer unvorstellbaren herrlichen Natur und Weiterreise nach dem Campground „Home Valley“. Dieser liegt direkt an einem krokodilreichen Fluss.

 

 

 


6016 Ellenbrae4.Tag: Nach etwa 4 stündiger Fahrt erreichten wir Ellenbrae. Hier genossen wir das weitberühmte Süssbrot mit Nidle und Gonfi. Für die Übernachtung richteten wir uns auf einem Naturcampingplatz ein. Am Morgen hüpfte die leuchtende Sonne beim Aufgang von Ast für Ast.

 

 

 

 


6017 Mount Elizabeth5.und 6.Tag: Weiterreise über Gibb River Roadhouse nach Mt. Elizabeth. Ein auf einem erhöht liegenden Plateau angelegter Campground. Hier schalteten wir einen Ruhetag ein und besuchten die umliegenden Wälder und Flussschluchten. Eindrückliche 4-Weel-Tracks führen durch die Wälder mit grosser Artenvielfalt an Bäumen.

 

 


6018 von Ellenbrae Mount Elizabeth7.Tag: An diesem Tag erreichten wir Belle Gorge Silent grove. Neben einer eindrücklichen Schlucht gab es einen wunderschönen Wanderweg zum Wasserfall. Hier konnte sich Iris, wieder einmal mehr, ein erfrischendes Bad nehmen. Der Campingplatz war sehr staubig und nicht wirklich einladend.

 

 

 


6019 Windjana Schlucht8. Und 9. Tag: Auf dem Weg zur Windjana Gorge sahen wir viele Baob-Bäume, die mit ihren rundlichen Bäuchen und den unzähligen Baumastarmen wie märchenhafte Wesen in der Landschaft stehen.  Diese Bäume kommen ebenfalls auf Madagaskar vor und heissen dort Baobab. Die Windjana Gorge ist ein weites Flusstal, das nur noch sehr wenig Wasser in einigen Tümpeln aufwies. Hier sammelten sich einige Süsswasser-Krokodile und sonnten sich an dessen Ufern. Am kommenden Morgen fuhren wir ohne den Trailer zum Windjana Tunnel Creek. Eine etwa 700 Meter lange Höhle, durch die normalerweise ein Fluss strömt. In der Trockenzeit ist nur noch Wasser in einigen Senken zu finden. Auch hier sahen wir am Höhleneingang einige Krokodile. Mit einem etwas mulmigen Gefühl und ohne Taschenlampe (nur Hanylampe) durchquerten wir die eindrückliche geschichtsträchtige Höhle. Am Ende erwartete uns ein kleines verstecktes Tal, die Wände wiesen alte Aborigines Malereien auf und an den Baumästen hingen hunderte von Flughunden wie satte reife Trauben an den Ästen.


6020 Boab Derby10.Tag: Gegen Abend erreichen wir Derby und somit das Ende der Gib River Road. Alles hat auf den vielen staubigen Kilometern gut standgehalten. Derby ist ein kleines Städtchen am Indischen Ozean und hat durch die recht hohen Tiden ein grosses Wattgebiet. Das Wasser ist dadurch unklar und lädt überhaupt nicht zum Baden ein. In Derby haben wir den mächtigsten Boab-Baum besucht. Sehr eindrücklich steht er da und hat fast keine Blätter mehr jedoch ist er voller Früchte. Die Boab Bäume sind in jeder Vegetations-Phase zu finden, neben Kahlen stehen welche mit Blättern, einige blühen und andere haben viele Früchte an den Ästen.

 

 


6021 Banana WellVon Derby reisten wir nach Broome um von dort gleich weiter nach Norden den Dampier Peninsula zu besuchen. Wir verbrachten 2 Nächte auf dem schön gelegenen Campingplatz Banana Wells. Hier war bis vor einigen Jahren eine ansehnliche Bananen Plantage, mit eigener Wasserquelle, angepflanzt. Nach der Übergabe des Landes an die Verwaltung der Aborigines wurde jedoch nicht weiterbepflanzt und somit ist heute ausser dem Campingplatz nichts mehr aktiv.

6022 Middle LagoonDie weiteren zwei Tage in diesem Gebiet verbrachten wir auf dem Campingplatz Middle Lagoon. Unser Trailer stand oberhalb der Böschung direkt am Meer. Die Aussicht war traumhaft, da wir erhöht über der Bucht lagen konnten wir die Wale und Delphine wunderbar in der Bucht vorbeiziehen sehen.
Nach diesen 4 Erholungstagen kehrten wir nach Broome zurück. Einige Arbeiten waren angesagt: Auto- und Trailer waschen, Auto Service musste gemacht werden. Reparaturen am Trailer waren notwendig, Gas auffüllen und Ersatzteile beschaffen.


6023 Stossdämpfer defektWeiter ging die Reise nach Karratha mit Zwischenübernachtung im Pardoo Roadhouse. Bei einem Routine Check stellten wir fest, dass ein Stossdämpfer des Trailers leckte und weitere Untersuchungen ergaben, dass wir einen Defekt an der Federung des Trailers hatten. Wir demontierten den defekten Stossdämpfer und fuhren den Rest der Strecke nur mit einem Stossdämpfer. Gleichzeitig vereinbarten wir einen Termin bei einer Camper Reparaturwerkstätte in  Karratha für den nächsten Tag.


6024 Ester und Vincenc Am späteren Nachmittag erreichten wir Karratha und wurden herzlich von Esther und ihrer Familie empfangen. Esther ist mit Iris verwandt und lebt seit einigen Jahren in Australien davon seit 4 Jahren in Karratha einer typischen Minenstadt. Das Wochenende verbrachten wir mit ihnen und fuhren an beiden Tagen mit ihrem Motorboot hinaus, um auf den vorgelagerten Inseln zu baden und zu Picknicken.
Am Montag stellte sich dann in der Reparaturwerkstätte heraus, dass eine Feder der Trailer Aufhängung viel zu kurz war und ersetzt werden musste. Die neuen Federn und Stossdämpfer mussten von Modcom an der Ostküste an uns gesandt werden. Durch diesen Umstand blieben wir eine ganze Woche in Karratha hängen. Da wir Esthers und Vincent Haus noch 3 Tage hüten durften, war das Warten ausgesprochen angenehm.

 

6025 Laser MonitorAm 3. August konnte unsere Reise weitergehen. Wir fuhren gegen Osten mit dem Ziel den Milstream Nationalpark zu erreichen. Unterwegs erfreuten wir uns an der vielfältigen Landschaft und wurden von den längsten Zugkompositionen die wir je gesehen hatten überrascht. Die ellenlangen Züge befördern Eisenerz nach Karratha, wo dieses dann auf Schiffe verladen und in Hütten befördert wird. Unterwegs machten wir halt am Phyton-Pool, einem grossen Wasserteich, der unterhalb eines Wasserfalls liegt und das ganze Jahr über Wasser führt. Am Abend erreichten wir den Campingplatz und besuchten noch schnell den Milstream-Fluss. Hier nahm Iris natürlich ein Bad, während ich mich um den grossen Lacer-Monitor (Echse) kümmerte.


6026 Karijini NPAm nächsten Tag fuhren wir weiter zum Karijini-Nationalpark. Doch es dauerte eine Weile bis wir dort ankamen. Die Naturstrasse war in einem desolaten Zustand, so dass wir sehr vorsichtig fahren mussten um nicht unsere Fahrzeuge zu beschädigen. Die Bergzüge dieses Parks sind von weit her sichtbar und verleihen der Landschaft etwas Majestätisches. Der Park selber bietet einige Wanderungen zu den bezaubernden Schluchten. Diese verblüffen mit ihrer Vielfalt an Gesteins- schichten und -Formen.
Unser Weg führte über Tom-Price, Nanutarra Roadhouse zum Murianda-Campground und somit zurück an den Indischen Ozean. Dieser Campingplatz ist sehr naturbelassen und liegt direkt am Meer.


6027 Hamelin PoolDie Zeit begann uns zu drängen, mussten wir doch spätestens am 12. August in Perth sein um Alles vor unserm Flug in die Schweiz vorbereiten zu können. Dadurch reisten wir jeden Tag eine beachtliche Strecke. Der Weg führte uns über Coral-Bay, Hamelin-Pool (mit den ältesten Lebewesen der Erde den „Stromatoliten“), Dongara (Widblumenpark) auf den Campground nahe des Flughafens von Perth.


6028 Perth StorageAm 14. August stellten wir unser Auto und unseren Trailer in zwei gemieteten Garagen bei King’s Storage nahe bei Airport ein und der Geschäftsführer chauffierte uns persönlich zum Departure Terminal um rechtzeitig den Flug nach Singapur / Zürich zu erreichen.

Gold Coast bis Alice Springs

28. Mai 2019 Let’s hit the road to Down Under

6000 Kalea IIEndlich war alles sortiert. Seit einigen Monaten, d.h. bereits im Pazifik verschenkten wir dies und das in der Annahme, dass wir Kalea verkaufen würden. Einen Teil verschifften wir zurück in die Schweiz und den letzten 3. Teil richteten wir gemütlich in unserem neuen Zuhause ein, das wir nach wie vor versuchen Kalea, respektive Kalea 2 zu nennen. Natürlich liessen uns die neuen Platzverhältnisse, von einer Wohnung, auf ein Schiff und nun schlussendlich in einen Campertrailer erfinderisch werden.

 


6001 Kalea IIIn der Nähe von Brisbane stellten wir, um mal alles noch so richtig in Garantiereichweite durchzutesten, den Modcon C3 Hybrid  auf. Dafür eignete sich, der in der Nähe von Brisbane gelegene Jacobs Well Caravan Park bestens. Leider erkrankte Iris am nächsten Tag an Gürtelrose. Diese brach zum Glück nicht allzu schlimm aus. Glücklicherweise gab es auf der anderen Strassenseite einen Doktor. Antiviral Tabletten wie auch Antihistamin mussten sofort geschluckt werden um das Ausbreiten im Gesicht zu stoppen. Dank Nadine und Gavin gab es genügend Aloe Vera Pflanzennachschub für die Haut. Trotz den durch die Kälte wie auch die Krankheit ein wenig erschwerten Umständen, genossen wir alle das Abschiedsessen mit Jeanet und David von Geniet Lew sowie Nadine und Gavin.
Im Dorf bunkerten wir vielen frischen Fisch, der lokale Markt versorgte uns mit frischem Gemüse und Früchten. Martin kaufte einen Heissluftstrahler und einen Wasserkocher. Beides hilft natürlich nur, wenn wir am Strom angeschlossen sind. Den Strom werden wir jedoch die nächsten Winterwochen quer durch Australien Richtung Norden täglich versuchen anzupeilen. Sind doch die Temperaturen in der Nacht bis unter 0°C, sowie tagsüber zwischen 10-20°C. Dies ist nach den angenehmen südpazifischen Temperaturen eher ein brutales Umgewöhnen.


6002 PapagaiEndlich kommt am 5. Juni 2019 der Tag X. Wie schon auf dem Schiff sind wir ein gutes Team. Dank Martins unermüdlichem Optimieren, Durchschauen, Erproben und sich in die neue 4x4 Outdoor Materie ein zu denken, verläuft der technische Übergang wie am Schnürchen. Iris schaut mit Argusaugen, dass es am planbaren physischen und psychischen Wohlergehen an nichts mangelt.
Über die Great Dividing Range Toowoomba fuhren wir nach Gondiwini (Ruheplatz der Vögel)
Gemeinsam mit Australiern schauten wir auf dem Gondiwindi Holiday Park Football QLD gegen NSW, QLD gewinnt. Der Pool ist 36°C, eine schöne Feuerstelle, alles ist praktisch und sauber.  
Über Moree  geht’s weiter nach Lightning Ridge dort besichtigen wir am nächsten Tag eine Opal Mine. Iris hüpfte natürlich liebend gerne gegen Abend auf dem Heimweg  in den 40°C warmen Public Pool.
Über Walgett (langes Wasserloch) fuhren wir weiter nach Bourke. Hier waren früher grosse afghanische und pakistanische Sippen angesiedelt um die Kamelherden, die als Transportmittel dienten, zu betreuen. Gemäss Einheimischen gibt’s noch heute in den grossen Wüsten im Landesinneren riesige, wild lebende, gesunde Kamelherden, die auch eingefangen und wieder ins Ausland verkauft werden. So schliesst sich zumindest der Kamelkauf und Verkaufskreis. Langsam pendelt sich das Bigele und Büschele ein. Für diejenigen die Bärndütsch nicht verstehen, heisst dies stapeln und ordnen.
Von Bourke über Cobar fuhren wir weiter nach Wilcania. Unterwegs sahen wir einen Igel, sowie leider des Öfteren einen Känguru Kadaver oder ein abgenagtes Skelett. Die Weite beginnt. Rote Erde mit noch relativ grünen Abschnitten.


6003 Mungo NPIn Wilcania bezahlten wir nur 25$ für den schlichter Campground. Immerhin hatte es Strom, was in der Zwischenzeit notwendig wurde. Der Nachbar machte abends ein schönes Feuer, stehend und palavernd schauten wir den farbigen Papageien zu  und  wie der Tag langsam aber stetig in die Nacht überging.
Bevor wir losfuhren füllten wir unseren Dieseltank voll. Dies ist eine der verschiedenen Vorsichtsmassnahmen, die sich in den Outbacks bewähren. Dann ging es dem Darling River entlang weiter Richtung Mungo National Park.  Trotzdem es der erste Campground ohne Strom war, hatte sich die eisige Kälte in der Nacht in Kauf zu nehmen mehr als gelohnt. Zumal es in dem nahe gelegenen Infocenter heisse Duschen gab. Am nächsten Morgen waren die Sonnenstrahlen doppelt so warm, rundum grasten friedlich Graukopfkängurus.

 

Die Willandra lakes region world heritage area mit dem Wissen um die 50 000 Jahre alten Funde der  Mungo Lady und des Mungo Man zu besuchen,  waren echt beeindruckend. Nach Afrika sind dies die ältesten gefundenen menschlichen Überreste. Wir durchquerten auf Sandpisten eine eindrückliche weite ausgetrocknete Seenlandschlaft. Ein strahlend tiefblauer Himmel überdachte diese eindrückliche fast magische Gegend.
Am 11.6. um 15 Uhr mussten wir leider gegen  Mildura weiter fahren,  am nächsten Tag waren starke Regenfälle gemeldet. Dann ist es bei Gesetz verboten die Sandpistenstrasse gegen Süden zu befahren, respektive sie wird sogar gesperrt. Auf dem All Seasons Mildura Holiday Park kochten wir kurz feinen Meerfisch und dann sofort ab ins Körbchen, Games of Thrones schauen. Ein ideales Winterabendprogramm. Da für den nächsten Tag Regen angesagt war, verstauten wir  Alles bereits im Voraus.
Dann aufwachen, anziehen, Stühle und Tischchen zusammenklappen, Treppe rein, Beine des Trailers hoch,  Duschkabine reingeklappt, Auto an Anhänger anschliessen und weg waren wir. Das Ganze läuft wie geschmiert.  Wir könnten bereits als eingefleischtes Camperpaar durchgehen. Anschliessend leisteten wir uns den Luxus auswärts in einem geheizten und trockenen Café zu frühstücken. Dann wie immer tanken und hopp auf die Highway und auf die Tracks.


6004 RFDS Broken HillUnterwegs nach Broken Hill überquerte ein Fuchs die Strasse. Eigenartig dies bei hellstem Tageslicht! In Broken Hill besuchten wir die Royal Flying Doctors Base und staunten nicht schlecht wie gut dieses nur 48% vom Staat finanzierte, landesweite Unternehmen funktioniert. Sehr professionell. Von Broken Hill gings weiter über Silverton und dem Mundi Mundi Loockout, mit Blick auf die Weite der  Strzelecki Desert nach Peterborough. Dort ergab sich im Verlauf der australischen Geschichte, dass alle 3 versch. Eisenbahn Geleisbreiten zusammen kamen. Ein gemütlicher Spaziergang durch den Park und das doch schon recht provinzielle Dörfchen hinterlassen einen recht dünnbesiedelten Eindruck. Der Camping Platz Besitzer legte uns ans Herz, unbedingt beide 100lt Wassertanks zu füllen. Ab jetzt gäbe es nur noch entweder salzhaltiges oder dann abgestandenes Regenwasser.
In Hawker war der erste so richtige Outback Campground. Die 4x4 Variationen der Fahrzeuge werden immer abenteuerlicher. Zum Glück hatten wir am 16. Juni Internetverbindung, so konnten wir Lionel Zweistimmig zu seinem 30. Geburtstag singen.


6005 Flinders RangesAm nächsten Tag fuhren wir durch die Flinders Ranges nach Blinman. Zur Feier des Tages, diesmal gab es den Geburtstag von Iris zu feiern, kehrten wir im 150 Jahre alten Hotel Blinman ein. Dort gab es genau ein Menü und zwar Roasted Pork, Kartoffelstock und frisches Gemüse. Herrlich und dies erst noch vor einem brennenden Feuer. Heather und Dean leisteten uns zufällig Gesellschaft. Dies ist der Vorteil, wenn man an einen grossen Tisch sitzt, quasi Stammtisch Gewohnheiten.
Von Blinman ging es weiter nach Morree. Früh am nächsten Morgen los, die Gegenden werden immer einsamer und abgelegener. Zum Glück, so hatten wir genügend Zeit unsern ersten Plattfuss zu wechseln. Der Pneu war leider nicht mehr flickbar. Er war von einer scharfen Steinkante durchgeschnitten.


Am 19.6. kamen wir nach einer langen Dirtroad Fahrt  im Williams Creek Camp an. Eine richtige Outback Wüstenatmosphäre mit eindrücklichen Gestalten. Zum Diesel tanken mussten wir Schlange stehen und anstatt 1.6$ kostete der Liter 1.9$. Niemand motzte, jeder war froh, dass es überhaupt Diesel gab. Auch konnten wir hier einen neuen Pneu kaufen, was natürlich, mit dem langen Track in Aussicht, eine Erleichterung war.  Von hier aus  geht es definitiv ins Wüstenland und auf den Oodnadatta Track gegen Norden. Zum Glück hatten wir genügend gutes Wasser gebunkert, bis Alice  Spring gibt’s keines mehr.


6006 WüstenflugJa, und dann ist es endlich so weit. Wir fliegen jipiiiii über die Wüste und den Lake Eyre. Dies ist eigentlich eine ausgetrocknete Wüstengegend, die nur alle 10-15 Jahre von Norden her, nach einem starken Wirbelsturmregen aufgefüllt wird. Interessanterweise kommen zu diesem Zeitpunkt tausende von Pelikanen von der Küste hierher zum Brüten. Bis jetzt wurde nicht herausgefunden, wie sie dies wissen können. Diese Pelikan Gattung brütet nur dann und nur dort. Auch beginnt die Wüste nach jahrelangem staubigen Nichts, plötzlich mit Pflanzen grün zu werden und kleine Fische tummeln sich im doch eher seichten Wasser. In Marree gibt es sogar einen Segelclub, ob wir wohl doch wieder ein Schiff kaufen wollen?
Eigentlich war der Gedanke so schnell mobile zu werden, ausgelöst worden durch das Wissen über Lake Eyre. Wir wollten diese einmalige Gelegenheit eine so eindrückliche Gegend zu erleben am Schopf packen. Noch schöner war, dass wir um den Geburtstag von Iris so richtig zu feiern, eine Stunde über die Wüste  und eine Stunde über den Lake Eyre North fliegen konnten. Es war wunder, wunderschön.
Am nächsten Tag fuhren wir gut ausgerüstet früh morgens auf dem Oodnadatta Track Richtung Oodnadatta. Dieser ist eigentlich die alte Handelsroute gegen Norden der indigenen Stämme. Später mit den Weissen kamen dann auch die Kamele als Transporttiere, bis sie von der Eisenbahn abgelöst wurden.


 6006 DalhousieAm 21.6. Dalhousie Springs erwartete uns eine wunderbare Überraschung. Im nahe gelegenen Teich war das saubere Wasser 37 C, d.h. nach der doch sehr staubigen Fahrt war es mehr als eine Wohltat einfach im heissen See rumzuschwimmen. Rundum auf den Bäumen sassen zahlreiche weisse Kakadu. Diesmal kam sogar Martin mit zum Schwimmen. Es war ein paradiesisches Gefühl.
Einmal mehr wurden wir auf unseren Hybriden-Campertrailer angesprochen. Bisschen wie früher mit unserer Outremer 49. Wir scheinen immer ein wenig den Trend zu schnappen. In der Zwischenzeit haben wir eine Liste der Kaufinteressenten  erstellt.  Am Abend gab es frische selbstgemachte Pizza und wohlig kuschelten wir uns ins warme Bett. Draussen fiel die Temperatur stetig bis auf 0 Grad. Wir standen natürlich erst auf, als die ersten Sonnenstrahlen über die Steppe blinzeln. Wie auf dem Schiff, schlafen wir auch jetzt meist zwischen 11-12 Stunden. Unterwegs sehen wir  Dattelpalmen von den Kamelkaravanen.  Von Dalhousie nach Mount Dare- über Finke und da wir spät dran sind übernachten wir  auf dem Weg nach Chambers Pillar. Die Strasse wurde unterwegs kurz über 30° Winkel steil. Wir entschieden uns noch mit dem letzten Abendlicht zu kochen, und die wunderbare Felslandschaft des Chamber Pillar am nächsten Morgen gemütlich nur mit dem Auto zu besuchen, was eine sehr weise Entscheidung war.


6007 Chamber PillarZum Glück war der Rückweg kein Problem, unser Toyota Prado 4x4 Landcruiser meisterte dies Hürde problemlos. Am 24.6. kamen wir dann in Alice Spring an. Dort bereiften wir alle 4 Räder neu, dies und jenes musste neu geschraubt und gewartet werden. Nach dieser tagelangen Schütteltour, löst sich  auch bei einem Trailer da und dort einiges. Wiedermal gemütlich sein, ausschlafen, waschen, Text schreiben, Fotos strählen…..uf bärndütsch gseit, eifach chli hüsele.
Am 28.6. fahren wir dann relativ zackig gegen Norden, eines der Wunschziele ist der Kakadu Nationalpark. Das Schöne ist, es wird jeden Tag wärmer, wir fahren buchstäblich vom Winter in den Wintersommer.

Subcategories