Marquises (French Polynesien)

1901 Ua Pou1902 Tapa Rindenbaststoff unbemaltNachdem wir in Fatu-Hiva, Hanavave Bay geankert hatten, erkundigten wir eine der vom Landschaftsbild her wohl spektakulärsten Inseln. Die mit Tropischem  Regenwald bewachsenen Basaltkegel sind ein unvergesslicher Anblick. Schon nach einemkurzem Spaziergang erreichten wir, etwas abseits, das Haus der Künstlerin Désiré. Sie ist auf verschiedenen Richtungen unterwegs. Einerseits stellt sie aus Zitronengrasfasern Tapa-Rindenbaststoffe her und bemalt diese mit den traditionellen Mustern,  anderseits betätigt sie sich auch als Steinmetz und stellt kleine Tikifiguren her. Wir wurden herzlich begrüsst und schon nach kurzer Zeit wurden wir mit Riesengrapefruits, Papayas und Brotfrüchten beschenkt. All diese Früchte wachsen zu Hauf auf ihrem Grundstück.  Der Ankerplatz hat uns sehr gefallen und so blieben wir einige Tage. Während dieser Zeit wanderten wir zum grossen Wasserfall, welcher nach etwa einer Stunde erreicht werden kann. Der Weg führt zuerst über die Inselstrasse,  biegt jedoch dann nach rechts ab und wird immer sumpfiger und steigt am Schluss steil an. Kaum beim Wasserfall angekommen,  genoss Iris natürlich ein kühles Bad im klaren Süsswasser. Weit oben an den Felswänden kreisten weisse Vögel, nun waren wir eindeutig im Paradies angelangt.

1903 Sandra FranzNach einer Woche segelten wir weiter nach Hiva-Oa um uns offiziell bei den Behörden in Atuona anzumelden. Dies ist für uns Schweizer (Schengen sei Dank) und alle EU-Bürger sehr einfach. Auf der Polizeistation mussten wir ein Formular ausfüllen und fertig. Verwirrend war jedoch, wie lange wir als Schweizer in French Polynesien bleiben dürfen. Die erste Auskunft ergab drei Monate. Zwei Tage später, mit der Unterstützung von Franz, erhielten wir dann die richtige Antwort: Solange wir wollen, das Schiff jedoch maximal 3 Jahre. Sandra und Franz auch Schweizer lernten wir kurz vorher im Internet-Café kennen und stellten durch den Schiffsnamen fest, dass wir mit Ihnen per Funk Kontakt hatten zwischen Gibraltar und den Kanarischen Inseln. Sie hatten damals im Sturm einen Ruderbruch und mussten sich ohne Steuerung nach der Insel Graziosa treiben lassen (4 Tage).

1904 TikiDer Ankerplatz in Hiva-Oa war sehr unruhig. Der Teil innerhalb des Break Waters war besetzt und so mussten wir ausserhalb mit sehr viel Schwel unseren Anker werfen. Mit John, dem Taxifahrer erkundeten wir die Insel und besuchten die Tiki-Stätte auf der Nordseite. Natürlich besuchten wir auch die Gaugin Ausstellung und das Museum von Jaques Brek. Zweimal frühmorgens hatten wir Glück am Strassenrand frisches Gemüse zu ergattern. Nach drei Tagen segelten wir zur Insel Tahuata, Hanamoenoa Bay weiter und fanden im Nordwesten einen guten Ankerplatz. Diese Bucht ist sehr abgelegen, hat aber einen wunderschönen Sandstrand und herrlich klares Wasser. Nach ein paar Tagen erreichte SULA ein neuseeländisches Boot die Bucht und zusammen mit allen andern Yachties feierten wir STUS (Skipper von SULA) Geburtstag mit einem grossen Barbecue am Strand. Lesly (seine Frau) hatte zwei grosse Lammkeulen gebraten und noch vieles mehr vorbereitet. Wir wurden wirklich sehr verwöhnt.

1905 tägliches Mittagessen1906 BasaltkegelUnsere Weiterreise brachte uns nach Ua-Pou und wir ankerten hinter dem Break Waters  des Hauptortes, Hakahau. Auch hier waren die Menschen sehr freundlich und zuvorkommend.  Wir besuchten einige Male das Kulturzentrum und assen in der Agronomie-Kooperative für 700 Fp (7 CH) ein ausgiebiges Mittagsbuffet mit rohem Fischsalat, Poulet, Schweinefleisch, Gemüse und Reis. Auch war das Internet von Jaques gratis nachdem man etwas von ihm gekauft hatte. Die Kulisse mit den Basalttürmen gibt der Insel ein eindrückliches und eigenes Bild. Nach ein paar Tagen mussten wir die Bucht verlassen, da das Versorgungsschiff den Plaz benötigte. Wir segelten um die Inselecke nach Westen und ankerten in der nächsten Bucht von Hakahetau. Hier waren schon verschiedene Segler vor Anker,  von 10 Booten waren 6 mit Schweizerflagge. Wir besuchten das Restaurant von Piero (mit Free Wifi) und waren dort sehr willkommen. Am Donnerstagabend wurde von den Einheimischen speziell für die Segler ein Essen am Strand zubereitet. Es hat uns allen sehr geschmeckt. Martin, der Organisator, führte uns alle in den traditionellen Tanz ein.

1907 TankkonkurentebnNach einer Woche setzten wir nach Nuku-Hiva in die Bucht von Taiohae über. Iris begann für ihren 3 wöchigen Schweizeraufenthalt zu packen . Am 15 Juli reiste sie über Papeete und Paris nach Zürich.  Kaum in Bern angekommen plagten sie extreme Rückenschmerzen und nach einigen Abklärungen musste sie sich einer akuten Diskushernien-Operation unterziehen. Somit wurde mit der Rekonvaleszenz ein Aufenthalt von 11 Wochen. Martin blieb auf dem Schiff und besuchte alleine die bereits bekannten Buchten von Ua-Pou. Die längste Zeit verbracht er jedoch in Taiohae. Hier fand während dem ganzen Juli ein Tanzfestival statt. Nebst den aufgeführten traditionellen Tänzen war der Umzug am 14. Juli ein weiteres Highlight. Zuerst präsentierten sich die verschiedenen Sportklubs, dann folgten die Schulen, Tanzgruppen, Berufsverbände und zuletzt die Reitergruppen, welche ihre Reitkünste sehr speziell vortrugen. Am Schluss wurden die Reden der offiziellen politischen Persönlichkeiten gehalten. Die Stromversorgungsfirma spendete einen Imbiss und alle begaben sich in die Festrestaurants zum Mittagessen. Die Tanzgruppen führten ihre traditionellen Tänze vor und rundeten so den Anlass ab. Am 29. Juli kehrte Iris zurück, gerade  rechtzeitig um das letzte Wochenende des Festivals mit zu erleben.  

1908 Anaho Bay Nuku HivaAm 6. Juli segelten wir nach der Anahoe Bay im Norden von Nuku-Hiva. Diese Bay ist nach allen Seiten geschützt und sehr ruhig. Die wenigen Einheimischen (ca. 20) leben vom Fischfang und der Bewirtschaftung ihrer kleinen Kokosnuss-Plantagen. Wir gingen an Land um ausgiebig zu Laufen (Therapie für Iris) und besuchten dabei u.a.das Dorf Hatiheu  welches zu Fuss in etwa einer Stunde erreichbar ist. Auf dem Weg lernten wir Remo kennen, der mit dem Pferd seine Einkäufe im Dorf tätigte. Zusammen mit Hinano führt er ein kleines Guesthous im Westen unserer Bucht. Hinano kochte ein wunderbares Ziegenmenue, gemeinsam musizierten wir und beschenkten uns gegenseitig. Diese beiden Menschen sind eines der vielen Beispiele für die herzliche und grosszügige Art der Marquisen. Langsam wird es Zeit, dass wir nach den Toamotus aufbrechen und so versetzten wir uns von Delphinen eskortiert zurück nach Taiohae um unser Vorräte aufzustocken. Frisches Gemüse, Früchte wie auch frischen Tunfisch (Kilopreis Fr.5..) sind am ehesten morgens um 5.00 h erhältlich.

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Pazifik-Passage

By By Galapagos –Ecuador                                                       04.04.2017
In den letzten Tagen waren Diesel, Gemüse, Früchte bunkern angesagt, mit anderen Seglern Kartenmaterial austauschen und natürlich durften die zeremoniellen Abschieds-Happy-Hours nicht fehlen, sogenannte farewell drinks.
Am 04. April Mittags um 13h nahmen wir den Anker hoch und wurden, als wir die Bucht von Santa Cruz Aurora unter Motor verliessen vom sehnsüchtigen Klang der Muschelhörner begleitet. Es ist immer wieder von neuem berührend Abschied zu nehmen. Wo werden wir Aldebaran, Pakia Tea, Osbrey und Sula wiedersehen? Die beiden erstgenannten segeln Richtung Osterinseln, Pitcairn und Osbrey wie auch Sula Richtung Marquisen.
Bevor wir die Bucht verliessen gab es noch kurz einen Radio Check, die anderen Boote kontrollierten ob unser VHF und das AIS noch funktionierten. Kurz nach dem Auslaufen setzten wir die Segel, wie so oft hat Martin einmal mehr das perfekte Wetterfenster herausgepickt. Wir wurden bereits bei den Galapagos Inseln vom Tradewind abgeholt, der normalerweise erst ca 400sm weiter südlich zu finden ist. Dies hätte geheissen, die wertvollen Dieselbestände bereits in den ersten Tagen zu verbrennen. Da die ersten Tage Wind bis nur 10kn angesagt war, segelten wir voll ausgerefft durch die Nacht. Es war ein berührendes Gefühl, nun sind wir unterwegs in die Südsee, wow, vor uns liegen 3000sm Wasser. Wir freuten uns beide sehr auf dieses einzigartige Erlebnis.
Lebensrhythmus an Bord:

16.30h                 Kochen
17.00h                 Essen
18.00h                 Iris geht 4h schlafen        22.00h                 Martin geht 4h schlafen
02.00h                 Iris geht 4h schlafen        06.00h                 Martin geht 4h schlafen


1855 Pazifik1856 AbendessenFrühstücken ist individuell. Gemeinsames Mittagessen 12 Uhr dann geht Iris ca 1.5h schlafen und von ca15.00-16.30h Martin noch einmal. Die meisten Arbeiten erledigten wir entweder während unserer Wache oder der kurzen gemeinsamen Zeit. Zum Beispiel: Bilgen rausputzen, waschen, Gemüse und Früchtekiste täglich auf die kleinsten Verfaul Tupfen durchsuchen, Abwaschen, wunderbare Menüs Kochen, Backen, Funken, Mail schreiben, Putzen, Putzen, Putzen, Wetter runterladen, Segel trimmen, kleinere Dinge flicken, Wasser machen, Fischen, Fischköder kreieren, Betten, die Haushaltung etc. etc. Dazwischen bleiben kurze Momente die wir sogenannt frei haben, dann geniessen wir die Weite, ein Buch, ein Spiel oder einfach das Sein. Am Samstag 08.04.17 morgens um 10.00h hatte Kaleas Log 21600 sm angezeigt, theoretisch wären wir also bereits einmal um die Welt. Dies muss natürlich gefeiert werden.


Die erste Hälfte segelten wir unter sehr moderaten Bedingungen, im Schnitt mit ca. 176 Etmal gegen Westen. Gegen Ende des zweiten Teiles wurde der Wind zusehends achterlich und schwächer. D.h. aufkreuzen, halsen, wieder halsen, wieder halsen. Unser Etmal Durchschnitt sank rasch auf 130.

1857 PaazifikUnterwegs waren wir per Funkmail auch mit den anderen Booten im Kontakt. Lustiger weise war Muse, die wir zuletzt in Ecuador gesehen hatten, zu Beginn nur ca. 60sm vor uns. War ein schönes Gefühl zu wissen, dass in der Nähe ein bekanntes Boot ist. Die anderen waren viel weiter weg, nicht desto trotz gaben wir uns täglich die Positionen und Segelrichtung durch, auch dies gab ein starkes Miteinander Gefühl. Speziell die Boote die gegen Easter-Islands segelten waren rege im Kontakt mit uns allen, Fronten wurden besprochen, Autopiloten fielen aus, Solarpannel mussten unter erschwerten Bedingungen montiert werden, Salzwasser wässerte den Navigationstisch, Bananen und Fischrezepte wurden ausgetauscht, täglich trudelten die spannendsten Geschichten ein.
Unterwegs kreuzten wir 2 Frachter, ein Fischerboot und eine schwimmende Plattform. Ansonsten segelten wir mit täglich abgebissenen Fischködern unserem wohlverdienten Tunfisch entgegen. Am Tag X war er endlich am Hacken. Ca. 60 cm gross und schön dick, kurz Photographien und dann die Kehle durchschneiden und Schwupps aus der Traum, der Unterkiefer riss und unser frisches Sashimi verschwand in den Wellen. Tzja, wäre schön gewesen. Dies passierte ein paar Tage noch einmal mit einem Mahe Mahe, diesmal riss die Leine. Zum Glück hatten wir für den Fall aller Fälle noch 3 Portionen Tuna eingefroren.
In diesen 20 Tagen durchsegelten 3200sm innerhalb 3 Zeitzonen. Wir waren so gut eingependelt und eingespielt, dass die Passage noch eine Weile hätte fortdauern können.

 

1859 Fatu HivaIn Fatu Hiva ankerten wir am 24. April 2017 nach einer wunderschönen Zeit zu zweit auf dem Meer.

Galapagos

Nachdem wir in Ecuador unser Unterwasserschiff reinigen liessen, überprüften wir dies nochmals kurz vor der Ankunft. Leider war es nicht so sauber wie erwartet und so entschieden wir nochmals 40 Meilen hinaus zu fahren und es mit Unterstützung der Tauchausrüstung zu reinigen. Dies hat uns 2 weitere Tage gekostet und so sind wir nach 6 Tagen auf der Insel San Christobal angekommen. Das Einklarieren mit dem Agent Bolivar ging schnell und problemlos über die Bühne.

1850 LandschildkröteBei der Einfahrt in San Cristobal war unsere Kalea, bei den Eingangstreppen, ausnahmsweise nicht gegen eine anderes Schiff sondern gut gegen die Seehunde abgefendert. Die süssen Tiere, tollpatschig, glitschig nass, neugierig und pflatschend verbreiten einen sehr unangenehmen Geruch, wenn sie sich auf dem Schiff sonnen. Wir konnten andere Segler beobachten, die ihre liebe Mühe hatten, die Seehunde fern zu halten.
Einmal mehr genossen wir ein herzliches Wiedersehen mit Geniet Lew, durften mit Janet ihren Geburtstag feiern, machten gemeinsam einen Ausflug nach El Progresso, schwammen mit den Seehunden, pilgerten durch das Centro de Interpretaciones, klapperten den Markt ab, stockten frisches Gemüse auf, schwammen mit den Schildkröten in La Loberia und staunten wie viele verschiedene Vogelarten durch die Lüfte zwitscherten.

1851 Blaufuss TölpelNach dem lärmigen Puerto Baquerizo Moreno von San Cristobal war Puerto Villamil ein idyllischer Ankerplatz. Leider nicht für den Anker selber. Wir drifteten vermehrt, kamen entweder rechtzeitig zurück oder der Bauchnabel verlangte zu Hause zu bleiben. Zuletzt vertäuten wir uns an einer grossen gelben Boje. Das Dinghi am Steg festmachen ist möglich, immer darauf achten, dass ein Heckanker ausgelegt ist. Ansonsten wird das Dinghi mit der Flut unter dem Steg gedrückt und gelöchert. Gerade neben dem Steg liegt die Concha de Perla, dort lohnt es sich bei Ebbe zu schnorcheln. Wir hatten Glück, dass im Ankerfeld die Pinguine anzutreffen waren und es war ein Geschenk mit ihnen verspielt zu schwimmen und zu schauen, wie sie die Fischschwärme durchstachen. Wasserleguane, Schildkröten, Mantas, Pelikane, Babyhaie, goldige Rayschwärme rund ums Schiff, herrlich. SY Osbrey und ST Aldebaran waren schon da, SY Sula und SC Pakia Tea kamen später dazu. Ausflüge wie: wall of tears, los tunneles, rumraddeln und wandern zu der Schildkrötenzuchtstation, Flamingos beobachten, all dies können wir wärmsten empfehlen. Auch ist die Bucht sehr schön zum Schwimmen, Kajaken, SUPen, je nach Wind surfen und Schnorcheln. Von unseren 3 Wochen Galapagos waren wir 10 Tage dort. In der nahen Umgebung gab es so viel zu erforschen und zu beobachten, dass es für uns nicht notwendig war teure Touren zu buchen. Martin und Keanu feierten am 25.3. auf Pakia Tea gemeinsam ihren Geburtstag, da das einte Geburtstagskind nur 5 Jahre alt war, wurde bei Café und Kuchen gefeiert.

1852 Iris mit PinguinenAm 27.3. verliessen wir Isla Isabella und genossen eine Sightseeingtour rundum die Los Hermanos, verbrachten eine gemütliche Nacht auf Drift mit einem wunderbaren Sternenhimmel und liefen am 28.3. in Puerto Ayora ein, erstaunt wie idyllisch dieser Ankerplatz sich zeigte. Wir hatten uns entschieden einmal auf Galapagos zu tauchen und entschieden uns für North Seymur, die Fahrt über die Insel in den Norden gab uns einen Überblick und unter Wasser bestaunten wir viele verschiedene Haiarten. Las Grietas lohnt sich frühmorgens für ein erfrischendes Bad, der Gemüsemarkt ist immer wieder eine farbig abwechslungsreiche Kulisse. Charles Darwin Center durfte natürlich nicht fehlen.
Langsam aber sicher bereiten wir uns für die grosse Überfahrt vor, in den nächsten 48h werden wir bereits auf hoher See vorzufinden sein. Wenn alles gut geht, werden wir ca. in 3 Wochen die Marquesas erreichen. Bis dann Weite – Wellen –Wind – Wasser, feine Menues, diamantene Sternenhimmel und hoffentlich viel Fisch.

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