Fiji

Bula Bula

Immer noch traurig, dass wir kein Dinghy mehr haben motoren wir nach Ha’apai. Dort erwartet uns Andrew von ICandy, den wir bis jetzt nur über das Cruisernet 6209 oder auf Canal 16 akustisch kennen gelernt haben. Er liegt gemeinsam mit Ocean fever gut geschützt hinter der Hafenmauer im seichten Hafenbecken. Andrew bringt Martin an Land um auszuklarieren und Iris bleibt an Bord, da der Wind unberechenbar stark ist. Um 6pm laufen wir gegen Westen aus.
Die erste der 332 Inseln die aus dem tiefen Blau herausragt ist Cahau Vau. Leider dürfen wir bei der Lau-group keinen Zwischenhalt einlegen, wie überall muss zuerst am Port of entry einklariert werden. Über 50% der Bevölkerung von Fidschi besteht aus Melanesier mit polynesischem Einschlag. Ca 38% aus Indern. Amtssprache ist Fidschianisch, die zu den austronesischen malayopolynesischen Sprachen zählt, Fidschi, Hindi wie auch Lauanisch und Rotumanisch. Leider wurde auch hier in der Kolonialzeit geplündert, kaum mehr sind Sandelholzvorkommen sichtbar. Die Melanesier, wie auch die Aborigines sind die einzigen dunkelhäutigen Ethnien mit blonden Haaren.
5050 Suva Market

 Wir peilen die Hauptstadt an, in der Hoffnung dort so rasch als möglich ein Dinghy kaufen zu können. Nach 280 SM erreichen wir wohlbehalten Fidschi.  Die Einklarierungsprozedere geht dank einer von uns auf der Hinfahrt aktualisierten englischen Lebensmittelliste kurz über die Bühne. So ersparten wir uns und den Offiziellen das mühsame Schrankdurchsuchen.
Der Royal Yacht Club kommt uns mit einem Boot an Land holen. Zu Fuss gehen wir die paar Minuten bis in die Stadt, wo wir als erstes eine Telefonkarte mit Data kauften. Fidschi hat ein Superangebot: 25GB Internet, gültig einen Monat und dies für nur 25 Fitschi$. Herrlich wieder einmal nach Lust und Laune online zu sein.

 


5051 Inselfest in der EinstellhalleIn der Stadt zeigt uns eine Einheimische, wo man gut essen kann. Überraschenderweise war im selben Gebäude im ersten Stock der Einstellhalle von einer Insel reserviert, dort wurde gesungen und Spenden gesammelt. So wurden wir bereits am ersten Tag Zeuge von Fidschikultur. Leider können wir weder die freundliche Einladung mit ihnen (auf der Bastmatte am Boden)zu  essen, noch die Möglichkeit sie auf den Ostinsel (Lau-group) zu besuchen wahrnehmen, da uns bereits jetzt schon die Zeit davon läuft.
In der dritten Ankernacht geht der Anker auf Drift. Wunderbar! Nach einem herrlichen Penne Arabiata, ein Glas Rotwein, bis in die Socken entspannt, driftet Kalea in der böigen Dunkelheit davon. Adrenalinmässig springen wir auf und versuchen bei 25kn Windböen irgendwo im finsteren Ankerfeld einen sicheren Ankerplatz zu finden. Wohl wissend,  dass rundum diverse Bootwracks liegen. Am nächsten Morgen nach unruhigem Schlaf liefen wir, trotz starkem Gegenwind gegen Vuda Point Marina aus. Unterwegs ankerten wir hinter einem Riff und schliefen  bei spiegelglatter See und gutem Ankergrund den Schlaf der Gerechten.  Glücklicherweise erhielten wir den letzten Platz in der Marina, first come, first surf. Scallywag hiess uns an der Tankstelle herzlich willkommen. Nun konnten wir endlich ausatmen. Kaum legten wir in der Boxe an, kam uns auch schon Ingrid von Intoma freudig strahlend entgegen, die Welt ist halt doch einfach klein.


Das Dinghy kauften wir dann schlussendlich in der Baobabmarina in Denerau. Obwohl uns der Chef Brian zu japanischem Mittagessen einlud, fühlten wir uns übers Ohr gehauen.  a) das Boot war 3m inseriert in Realität aber nur 2.70m lang und b) der 15hp Motor war schlicht nicht gut eingestellt. Trotz dem 2stündigen „Profimech für Mercury Motor“ hatte sich nicht einmal gar nichts geändert.
5052 Transportmittel5054 GravelroadWir nützten unseren Marinaplatz aus, um die Insel ein wenig zu erkunden. Für 2 Tage kurvten wir zuerst in den eher savannenartigen Norden.  Auf dem Rückweg nahmen wir ein einheimisches Paar zur nächsten Stadt mit. Auch sie luden uns ein,  am nächsten Tag bei ihnen im Dorf zu Besuch zu kommen. Es war eine verlockende Idee, an einem Sonntag, wenn alle zu Hause sind, Einblick in die Traditionen zu kriegen. Der Gedanke jedoch, nochmals so weit in den Norden hinauf zu fahren schreckte uns ab.
Am nächsten Tag ging es gegen Süden. Dort besuchten wir den Wanderdünen-Park, wie auch ein altes Ford das am  Sigatoka River lag. Herrlich abgelegen, traditionelle Häuser.  Ein altes Ehepaar in Sonntagsstatt fuhr mit uns zum nächsten Dorf, weiter unten stieg eine 4 köpfige Familie ein, die bis zur nächsten Stadt mitfuhr. Die Herzlichkeit ist beeindruckend, leider sind wir in der Zwischenzeit schon fast ein wenig Reisemüde und freuen uns immer wieder auf die Rückkehr in unsere 4 Wände.

Das ganze Dinghytheater hat ermüdet. Am letzten Tag zum Abschluss noch der Rigger. Ausser Spesen nix gewesen. Er hinterliess ein Loch im Deck und hatte null und nichts geriggt. Beinahe hätte er noch fast seinen Mitarbeiter erschlagen.
5055 Vanua Levu von Oben

In der Zwischenzeit waren auch Neverland, Seabean, Caramba und Sempre Due auf Fidschi eingetroffen. Wir freuten uns alle einander wieder zu sehen.


Endlich konnten wir Segel setzen und uns noch auf ein paar „freie“ Tage in den Manukaislands freuen.  Wir beschlossen wie immer weniger ist mehr und genossen ein paar Tage auf Vanua Levu zu verbringen. Die einzige windgeschützte und unbewohnte Insel, wo wir sicher waren das Kawa Kawa Ritual umgehen zu können. Langsam trudelten die Mitsegler ein, ein paar gesellige Momente bleiben uns wunderbar in Erinnerung.

 

 

5056 Neverland Caramba Seabeans KaleaDann setzten wir auf Liku Liku über. Bei einem wunderschönen Sundowner im Resort, nahmen wir von unseren Mitseglerbooten Abschied. Neverland kriegte eine Tasche voll Geschenke für Vanuatu, da wir, obwohl noch ein wenig von Vanuatu träumend, schon da vermuteten, dass wir direkt nach Neukaledonien segeln würden. In dieser Bucht erstrahlte eines der intaktesten Korallenriffe in allen Farben seit dem Roten Meer, eine Vielfalt, die nur staunen liess. Leider scheuchten uns die gewaltigen Böen am nächsten Tag wieder weg. Der driftende Anker von Suva lag uns immer noch im Nacken. Was sich dann dummerweise vor Vuda Marina wiederholte.

Am nächsten Morgen warteten und warteten wir aufs Ausklarierungspersonal.  Martin sass immer vorne am Wasser auf Schiffsbeobachtung , da wir wussten, dass der Ankerhalt  nicht der Beste war. Was geschah, natürlich driftete Kalea plötzlich unter Starkwind davon. Action Pur. Martin rannte zum Dinghy, blochte raus, Iris liess sich vom Marinapersonal um zu helfen notfallmässig raus bringen. Wellen, Windböen, Action. Zum Glück erlaubte uns die Marina  für ein paar Stunden an der Einklarierungsboje festzumachen. So konnte Martin als Kapitän in Ruhe wieder am Land auf das Ausklarierungspersonal warten.

Gegen Abend liefen wir gegen Neukaledonien aus. Unterwegs funkten uns noch Boz und Denny an, die wir seit Fakarava kaum mehr gesehen hatten. Sie werden auch bald die Segel gegen Westen setzen.
Am 4. September erreichten wir wohlbehalten "Nouvelle Caledonie".