Mount Gambier und Tasmanien

Mount Gambier
6100 GrampiensSeit wir auf dem Festland angekommen waren, verfolgten wir täglich die Feuersituation und die gesperrten Strassen gegen Osten. Als der Wind auf Südwest drehte, erinnerten uns zusätzlich unsere Atemwege daran, dass an vielen Orten seit Wochen ein Feuerdesaster wütete. Nichts desto trotz genossen wir rundum Robe die 4x4 Tracks. Das Wetter war schön, zum Teil ging es steil rauf und kurvig wieder runter, über und durch die Dünenhügel hindurch, Felsbrocken galt es langsam und gekonnt zu umfahren sowie mit dem richtigen Gang im richtigen Moment immer wieder von neuem die Lage zu meistern. Mit einem stetig wachsamen Blick auf die Gezeiten, belohnten uns trotz Aufwand die herrlichen Küstenabschnitte an beiden Tagen.
6101 MacKenzie Falls GrampiensDie Gegend von Mt. Gambier war durchlöchert mit erkalteten Kratern, an einigen Orten luden Seen zum Baden ein und an Anderen die grüne satte tropische Pflanzenvielfalt. Der Blue Lake trug seinen Namen zu recht, blau, bläuer, am bläusten….ha ha…
Dann fuhren wir von Südaustralien über die Grenze nach Victoria und als erstes in den Grampians NP. Wie schon so oft, mussten wir wieder alle Uhren neu einstellen. Gegenüber der Schweiz betrug die Differenz nun 10 Std, d.h. UTC +11. Die Temperaturen stiegen wieder gegen 40°C, so dass ein Bad im Mc. Kenzi Fall sehr erfrischend war. Leider gab es hier 2013 sehr viele Waldbrände dementsprechend war das Waldbild ein wenig trist.
In den nächsten Tagen sanken die Temperaturen bereits wieder runter auf 18C, während der Nacht sogar auf 12C. In Portland auf dem Campingplatz genossen wir nebst den Koalas in den Bäumen auch wieder einmal ein Schwätzchen mit 2 Einwanderern. Lin und Romano aus Südafrika, die mit Töchtern und Enkeln die Campingferien mehr als genossen. Herrlich heisse Duschen, herrlich vor allem deswegen,  da das Wasser nicht limitiert war. Wir besuchten Cape Nelson mit dem Blowhole und dem petrified Forest.
6103 Philippe Port Campbell Ebenfalls deckten wir uns mit frischem Fisch ein und fuhren weiter nach Port Campbell, wo wir von Philip herzlichst willkommen geheissen wurden. Wir lernten Philip und Annie vor 2 Jahren in den Tuamotus auf Apataki  kennen. Ueber Tage gab es einander viel zu erzählen. Die Familie Younis besitzt eine ca. 300 ha grosse Farm und züchtet, nebst anderen Aktivitäten, Angus-Rinder. Wir blieben einige Tage auf ihrem Grundstück, erholten uns vom Reisen, genossen seine Gastfreundschaft und erkundeten die Gegend. Nach einem Ausflug zu den 12 Aposteln waren wir doppelt erfreut, diese überlaufene Touristenstrasse  zu verlassen und uns auf das idyllische Grundstück von Annie und Fuzz (sein Name in der Region)  zurückzuziehen.
6104 Philippe Port CampbellRund um das Haus war ein herrlicher Garten angelegt, wir wurden angewiesen immer ein bisschen aufzustampfen, um die vorhandenen Schlangen vertreiben zu können. Max, Phils Hund, war nicht nur ein schöner Hirtenhund sondern auch ausgesprochen angenehm, gut erzogen, intelligent, verspielt und höflich. Beim Erstellen eines neuen Zaunes konnten wir unserem Gastgeber ein wenig unter die Arme greifen. Auf einem Tagesausflug  ins Landesinnere über Simpson, Chapple Vale nach Lavers Hill,  entdeckten wir einen  Zaun der aus lauter gebrauchten Skiern bestand, das Bild liess uns schmunzeln.  Ausgerüstet mit frischen Früchten, Eiern und Gemüse verliessen wir dieses Schlaraffenland und  fuhren  weiter in den Great Otway NP. Leider waren die paar wunderschönen Tage viel zu schnell vorbei.

6105 Big Hill CG LorneAuf dem Weg nach Melbourne übernachteten wir im gratis CG „Big Hill“. Hier erwarteten uns wunderschöne King Parrots, welche auf unserer Küche rumpickten sowie riesige Bäume, die gefühlt praktisch den Himmel berührten.  Ein weiterer Zwischenstopp brachte uns nach Werribee auf den CG direkt am Meer. Ein guter Startpunkt für die Anfahrt zur Fähre am morgen früh. Die Frischküche musste leer gegessen werden, denn nach den jeweiligen Bestimmungen darf man nichts Frisches von einem Staat in den Andern mitnehmen, so auch nicht nach Tasmanien. Na ja, diesmal hatten wir vergessen, dass wir den Benzinkanister für die Überfahrt hätten leeren müssen, als dies festgestellt wurde wandelte sich unsere Einschiffungsposition von zuerst da sein in zuletzt an Bord kommen. Die Elastizität der Nerven wurde so richtig getestet.

6106 FähreAus irgendwelchen Gründen  waren wir auch die Letzten, die nach 12 Std. Überfahrt vom Schiff herunter kamen und folglich auch als Letzte auf dem Campground ankamen. Mit grosser Verspätung mussten wir auf einem schiefen Platz in starkem Westwind den Trailer aufstellen, somit war bald klar, dass wir auswärts essen würden. In der Zwischenzeit war es 20.30 Uhr. Ein guter Gedanke, nach dem 5 Versuch gaben wir auf und drückten im McDonalds einen Hamburger in den müden Magen. Nichts desto trotz….wir waren glücklich in Tasmanien angekommen zu sein.

Der CG in Devenport entpuppte sich am nächsten Morgen als gar nicht so schlecht. Der Fuss von Iris war immer mehr geschwollen und fühlte sich so heiss an, dass wir ins Spital fuhren. Dort wurde uns empfohlen, besser am nächsten Tag unterwegs zu einem Doktor oder einem Medical Center zu gehen. Erstens sei dies nicht so teuer (nur Einschreiben zum Warten, ohne Behandlung kostet schon über AU$ 500) und zweitens es sei nicht abzusehen, wie lange wir warten müssten, da dieser Montag ein Feiertag sei.
6107 Lea CG KingstonWir starteten also am nächsten Tag Richtung Launceton und waren überrascht, als wir unterwegs den Wegweiser nach Grindelwald sahen. Natürlich machten wir einen Mini Abstecher und besuchten dieses von einem Holländer geplante sehr kitschige Feriendorf. Am Abend erreichten wir Lillydale einen free CG mit zu Fuss erreichbaren schönen Wasserfällen.  Einheimische Frauen empfohlen Iris das Medical Center in Scottsdale auf zu suchen. Dort wurde sie untersucht und die Diagnose lautete auf Arthritis, verursacht vom Insekten oder Spinnenbiss.  Verordnung: Voltaren. Am Abend erreichten wir Bridport und stellten unseren Trailer auf einen wunderschönen CG am Meer. Iris fühlte sich immer noch sehr krank, so dass wir 3 Tage dort verweilten. Auf den letzten Morgen war Regen angesagt, wir packten am Abend vorher alles zusammen, so dass wir am Morgen direkt zum Dorf-Café fahren konnten um zu frühstücken. Dort gesellten sich Alice (Zug- und Schiffsführerin)und Lilianne aus der Schweiz an unseren Tisch. Wir genossen gegenseitig den Heimatschwatz.
Danach reisten wir weiter in die Little Musselroe Bay und stoppten unterwegs am Little Blue Lake (der war so blau wie frisch gestrichen) wo lange Zeit Zinn und gelbes Gold abgebaut wurde. Kurz vor dem CG besuchten wir eine interessante Aborigines Gedenkstätte und waren erstaunt über die riesigen Rotoren (44m Flügellänge) des angrenzenden Windparks. Am Abend setzte starker Regen ein, der uns jedoch nichts anhaben konnte, da wir unter unserem Vorzeltdach gemütlich eingerichtet waren. Auf dem angrenzenden Fluss gab es eine grosse Anzahl schwarzer Schwäne. In einer Regenpause packten wir alles zusammen und fuhren zum Mt Williams. Dort wanderten wir in einer halben Stunde zum Gipfel hoch (216m) und in strömenden Regen wieder zurück. Weiter ging es zur Uebernachtung in die Bay of Fire  (CG Policemans Point). Unterwegs sahen wir einige Wallabys, ein Gigant Känguru, ein Echidna und 2 tote Wombats. Iris machte sich Krauskohlwickel, da trotz der Medikamente das Fussgelenk immer noch sehr heiss und schmerzhaft war.
6108 Remarkable CaveAm 3. Februar fuhren wir weiter zu The Gardens, grosse Steinformationen mit speziellen Flechten entlang der Ostküste. Nach St Helens ging es über sehr steile Strassen durch den Wald zu einem einsam gelegenen CG Upper Scamander. Rund um den Platz grasten die Wallabys und die Abendsonne schien direkt auf den Bootssteg am Fluss. Idylle pur. Am nächsten Morgen konnte Iris ihre morgendlichen Übungen auf dem Bootssteg praktizieren, sowie Martin bei seinem obligaten Café  die Ruhe und den Waldfrieden geniessen.

Weiter ging es nach Hobart zum Lea Bush Camping, der auf einer Anhöhe zwischen Hobart und Kingston liegt. Der Platz war einfach aber praktisch,  mit heissen Duschen,  Strom und erst noch in der Nähe von Kingston, wo wir eine kleine Reparatur an unserem Trailer durchführen liessen. Am Abend wurde ein grosses Gemeinschaftsfeuer entfacht und von allen Anwesenden umringt. Den folgenden Tag verbrachten wir in der riesigen Mona Galerie in Hobart mit ihren vielen eindrücklichen Ausstellungen zu verschiedenen Themen.

6109 Gordon River RoadWeiter reisten wir zur Forestier- und Tasman Insel und übernachteten in der Lime Bay. Iris machte einen langen Spaziergang und Martin genoss die Ruhe mit Lesen. Zum Frühstück am nächsten Morgen hatten wir eine alleinreisende  Schweizerin zu Gast, welche mit herrlich jugendlichem Appetit unser Gesellschaft genossen hat. Über Nubeena erreichten wir Port Arthur, bestaunten teils mit Hühnerhaut das riesige alte Gefängnis aus den sehr frühen Einwanderungszeiten, dann weiter  zu den Remarkable Caves und erholten uns am Abend von den vielen Eindrücken in der gemütlichen Campkitchen.
Die Weiterreise: Zurück nach Hobart und dann Richtung Süden bis Franklin, sehr günstiger wie schöner CG direkt am Fluss.  Am folgenden Tag suchten  wir öffentliche Wäscherei in Geeverston auf und fuhren dann weiter zum südlichsten Punkt von Tasmanien somit auch zum südlichsten Punkt von Australien:  In  Cockle Creek blieben wir 2 Nächte, ruhten uns ein wenig aus und erkundeten zu Fuss die Umgebung. Während des Abendessens kamen die Wallabys so nahe, so dass wir sie mit kleinen Stücken Zucchettis aus der Hand füttern konnten.

6110 Trowuta Caves14. Februar 2020 verliessen wir den südlichsten Punkt,  genossen unterwegs in und um die Hot Springs bei Lune River eine Rundtour, anstelle der gesuchten Platypus  kroch eine schwarze Schlange entlang unseres Weges. Wir kauften unterwegs spotbilligen Lachs bei einer Fischfarm ein und stellten den Trailer zurück nach Geeverston auf ein öffentliches Gelände, das vom Dorf für die Reisenden pro Nacht für CHF 7 zur Verfügung gestellt wird.  Am Nachmittag machten wir einen Ausflug nach Westen in die Berge nach Arve Falls. Ausser viel Wald und etwas Aussicht nichts Spektakuläres.
Weiterreise über Hobart, New Norfolk zum CG des Mount Field NP. Von hier wanderten wir zum grossen Russel Fall und zu den Giant Trees (ca 1.5 h). Abends schwammen die Platypus im nahen von Wallabys umgebenen Fluss.  Zum Glück hatten wir Stromanschluss und konnten am Abend und am Morgen etwas heizen (8°C). Tags darauf liessen wir den Trailer stehen und fuhren nur mit dem Auto zu den Stauseen ca 100 km westlich. Der Grösste und der mit der höchsten Staumauer ist der Gordon Lake. Gegen Abend genossen wir beim Mount Field NP an einen Bergsee die abendliche Stimmung. 6111 Tasmanian DevilAm nächsten Tag ging es über den Lyell Hwy nach Queenstown und weiter nach Strahan. Hier übernachteten wir auf dem CG des Golf Clubs. Um den Westen etwas kennen zu lernen besuchten wir die Arthur Pieman conservation area, wo wir den Fluss bei Corinna mit der Fähre überquerten. Diese Fähre kann nur Fahrzeuge transportieren, die einen maximal Achsenabstand von 9m aufweisen, wir hatten 8m 50cm. Abends erreichten wir Arthur River. Dort liessen wir den Trailer stehen und versuchten am 20. Februar den Nordosten zu besuchten. Dies war nicht möglich, da das ganze Gebiet einem Chinesen gehört und dieser keinen Besuch erlaubt. Die riesige Farm hat eine Rinderherde von 13‘000 Köpfen. Kurzfristig entschieden wir den Tarkine Tourist Drive zu fahren der uns mit einem grossen natürlichen kalten Regenwald märchenhaft in Erinnerung bleibt. Abends war Farmersnight im Pub angesagt.  6112 WombatWir liessen unsere Kochpläne kurz fallen, setzten uns ins Auto und fuhren die 17km zum Pup. Viele Einheimische von den umliegenden Farmen trafen sich dort und assen zusammen an einem riesigen Tisch zu Abend. Während dieser Zeit gab es eine Tombola die jedoch unbemerkt von uns abgehalten wurde. Dies war aber egal,  wichtig war eh nur der soziale Aspekt.  Die Reise ging weiter über Smithton zur ehemaligen sehr wichtigen in der Zwischenzeit stillgelegten Gold Minenstadt  Waratah. Ganz in der Nähe befand sich der Philosopher Wasserfall genannt zu Ehren des Entdeckers der Goldvorkommen. Anstelle des Besuchs der Cradle Mountains (viel zu viele Touristen) entschieden wir uns die Tasmanien Devil Station zu besuchen. Hier werden die Tasmanien Devils wieder aufgezogen, nachdem viele an einem Tumor eingegangen sind. Dieser Tumor war vererblich und hat enorm gewütet. Unser Mittagessen nahmen wir gleich in der Nähe ein und konnten während dieser Zeit einen Wombat beobachten, der friedlich auf der Wiese graste. Am Nachmittag fuhren wir an den Lake Lea zu einem ausführlichen Spaziergang.  Am darauffolgenden Tag führte unser Weg in Richtung Walls of Jerusalem, dort wanderten wir entlang des Lees Padock Track. Wir blieben am Stausee einen weiteren Tag und fuhren auf den 1157 Meter hohen Devil Gullets; ein Aussichtspunkt, mit vielen Orgelpfeifen ähnlichen Basalt Säulen. 6113 Devils GulletAuf dem Weg nach Deloraine CG hielten wir in einem kleinen Roadhouse für einen Café an, das eine sehr kommunikationsfreudige Journalistin vor kurzem im Internet gekauft hatte und nun versuchte ein Business auf zu ziehen.
Am 28. Februar erreichten wir wieder Devenport und richteten uns für die letzte Nacht ein.  Früh morgens ging es los und zurück nach Melbourne. Während der Überfahrt schrieb Martin alle Fotos an und Iris setzte sich ins Schiffskino um 2 Filme anzuschauen. Per Zufall lernten wir auf dem Schiff die vor Jahrzehnten ausgewanderten Schweizer Rosmarie und Heinz kennen, welche die Firma Active Camper aufgebaut haben. Die Reise geht nun weiter gegen Osten.

Kangaroo Island

6050 Cape JervisDass wir zum Einfädeln bei der Fähre einer der ersten Trailer waren spricht schon mal für sich. Für die 45 Min Ueberfahrt werden die Passagiere gebeten separat auf die Fähre zu gehen, während dem die Person die fährt sorgfältig auf die Fähre reingelotst wird. Schon lange im Voraus  hatten wir für eine Woche auf dem Naturpark ähnlichen Campground einen Platz gebucht, wohl wissend dass während den langen Sommerferien die beliebten Orte ausgebucht sind. Bei Ankunft verlängerten wir auf 10 Tage, was sich im Nachhinein als goldrichtig entpuppte. Bei der Anfahrt auf den CG empfing uns ein, von den Inselbewohnern lang ersehnter, Regen. Dass dieses Gewitter mit einem Blitzeinschlag im Norden der Insel das Feuer entfachen würde und schlussendlich einen riesig langen Rattenschwanz von dramatischen Bränden nach sich ziehen würde, ahnte damals niemand. Nun will ich aber der Geschichte nicht vorgreifen.


6051 Remarkable RocksDie Insel nahm uns mit all ihrer Einzigartigkeit in Empfang. Lieblich blau türkis schillernde Buchten, Vogelkonzerte, Steinformationen, wie von einem anderen Stern, herzig rumtollende Koala Bären, die ob Tag oder Nacht nie zu scheu waren um entweder zu schlafen oder putzig durch die Eukalyptusbäume zu klettern. Eigentlich waren wir Menschen dort in der Minderheit. Wenn ein Ameisenigel seine langen Stacheln quer durch den Platz schaukelte, interessierte es ihn relativ wenig ob wir alle freudig zuschauten und ihn fotografierten. Stoisch steckte er seine lange Pinoccio Nase in jedes Loch und schmauste gemütlich vor sich hin. Desgleichen die im Schatten eines Baumes ruhenden Kängurus. Sie hoben zwar kurz den Kopf hoch, damit hatte es sich jedoch schon, aus Erfahrung wussten alle Tiere, dass ihnen in diesem Naturpark nichts passieren konnte. Abends hüpften sie ob mit oder ohne Jungem schon aktiver durch die Gegend. Schliesslich musste auch mal gefuttert werden.


6053 Kuala

In der Nacht wurde es auf dem Gelände sehr aktiv. Hinter unserem Platz lag ein kleiner Buschwald. Tagsüber konnte es schon mal passieren, dass plötzlich ein ganzer Baum ins Wäldchen krachte. In der Nacht röhrten die Koalas, als ob sie mindestens 3 Mal so gross wären. Es galt auch gut aufzupassen, dass beim Bestaunen der Milkyway einem nicht plötzlich ein kleines Wallaby zwischen die Beine geriet. Sicher waren noch andere Tiere unterwegs, bei einigen war es uns jedoch recht, dass wir uns nicht begegneten. Seit Iris einen Spinnenbiss hatte und wochenlang mit starkem Juckreiz und geschwollenem Fuss rumlaufen musste, passen wir 4 Mal mehr auf.

 


6055 Ameisenigel

Wir erkundeten einen Teil des Nordens, der Andere war bereits wegen Bränden gesperrt, im Westen ein paar wunderschöne Trails, sowie die ganze Südküste nach Osten. Wir fuhren mitten und quer durch, holperten über Tracks und genossen die Weihnachtsferien in vollen Zügen. Ein paar wunderbare Begegnungen, wie die mit Karen und Tom aus Adelaide, Debby und Martin mit ihren beiden Söhnen aus Melbourne, als auch die Familie Pfister aus der Schweiz bereicherten ganz klar diesen Aufenthalt. Manchmal kamen wir so spät ins Bett fast wie in jungen Jahren. Es waren einzigartig schöne Ferien von unseren Reiseferien.


6056 Fires Near Me

 

Bereits als wir die Insel am 30.12. verliessen, beobachteten wir das immer ein wenig aufflammende nördlich brennende Gebiet. Von Karen und Tom die noch ein paar Tage an der Westküste verbringen wollten, hörten wir, dass sie nach 2 Tagen evakuiert wurden. Dann begann ein Drama, das sogar für uns die eben erst dort gewesen waren, kaum vorstellbar war. Heute wenn wir den Bericht schreiben, sind von ca. 60 000 Koalas bereits die Hälfte umgekommen, die Fähre setzt Tag und Nacht über um zu retten, was zu retten ist. Das zum Teil angesengte Vieh wird mit Schüssen not geschlachtet und die Menschen kämpfen verzweifelt um ihre Existenz. Was übrig bleibt ist eine grosse schwarze Einöde.

 

 


6058 McKarthys OrchardIn den ersten Tagen im Mc Larren Valle auf Mount Compass,  waren die Berichte noch lange nicht so dramatisch. Wir besuchten einen jungen Winzer, den wir an der Westküste in Australien kennen gelernt hatten, erkundeten die grüne lieblich hügelige Gegend, genossen das Wein degustieren und in der Zwischenzeit auch das langsamer Reisen. Haben wir doch für die nächsten 800 km fast einen Monat Zeit. Dann werden wir am Australian Day auf Tasmanien übersetzen und die nächsten paar Wochen dort herum reisen. Vorerst jedoch schleichen wir jedoch  langsam der Küste entlang Richtung Melbourne. Täglich beobachten wir mehrmals die in der Zwischenzeit auch in Victoria angekommenen Feuerdesaster und sind tief betroffen ab all dem unvorstellbaren Elend das sich da in naher und weiter Ferne abspielt. Die Temperaturen spielen verrückt. Mal ist es 43°C dann am nächsten Tag noch 19°C in der Nacht variiert es zwischen 11°C-35°C. Ein psychischer, wie physischer Schüttelbecher. Wohl verstanden nicht wirklich für uns. Wir können ja nachschlafen, ausweichen, ruhen oder uns einpacken, schlimm ist es für all die, die draussen arbeiten und leben.

Nun noch eine kleine Erheiterung, wohl bemerkt vorallem,  wenn es einem nicht betrifft, harr harr.
Teresa und Brett gaben uns in Brisbane ein paar ebooks eines australischen Schriftstellers „Peter Watt“ mit. Eine Trilogie die basierend auf der reellen Vergangenheit, die dann fantasievoll angereicherte Geschichte Australiens schildert mit den ersten Siedler, ein sogenannter historischer Roman. Leider waren nur die ersten beiden Bücher vorhanden.  Kein Problem, laden wir den Dritten doch einfach aufs Ebook runter und bezahlen die 9.5$. Da wir den Tolino und nicht den Kindle haben, ging dies leider nicht einfach so auf die Schnelle. Tolino ins Netz einloggen, das Buch war in Deutsch erhältlich jedoch nicht auf Englisch. Wir wollten es aber in Englisch weiterlesen. Gut. Dann im Browser Google rein, auf Good Reads ist es erhältlich. Laptop raus, Goodreads registrieren, Name, Adresse, Geburtsdatum, Kreditkarte, Nasenlochgrösse etc… das Passwort wird geliefert, einloggen, ups, wir werden an Amazone weiter gereicht. OK kein Problem. Das Ganze nochmals von Vorne, Namen, Adresse, Geburtsdatum, Kreditkarten Nummer, Ablaufdatum, kleine Nummer, Ohrenlänge etc…bevor wieder ein Passwort kommt, erhalte ich eine Nachricht, dass wegen internationalen Bestimmungen zwischen Australien und der Schweiz, ich leider dieses Buch nicht kaufen und runterladen dürfe, da ich mich ja in Australien befinde. Big System is watching you. OK. Liebe Teresa, hast du zufälligerweise in der Zwischenzeit den dritten Band gekauft und kannst ihn mir schicken, es eilt da ich unbedingt dringend wissen möchte wie die Geschichte weitergeht. Sie hatte mir ja schliesslich dieses Ei ins Nest gelegt. Liebe Iris, leider nein, wir haben nur die ersten beiden Bände. Dies ist aber kein Problem, du kannst überall in Australien gratis Bücher beziehen und runterladen, gerade in deiner Nähe (hat sie wohl online schnell nachgeschaut) gibt es den dritten Band. Hmmm. OK. Ich gehe kurz zu unseren neuen australischen Bekannten auf dem Nachbarplatz und frage die beiden Studenten, wie ich zu einer Bibliothek komme. Keine Ahnung, die beiden hatten noch nie Bücher auf diese Weise bezogen. Die Eltern der Beiden schon, wussten aber auch nicht wie sie das Buch bei sich runterladen könnten um es mir zu geben, ist ja nur leihweise auf dem Ebook. Kurzes email an Gavin in Brisbane, leider konnte auch er nicht aushelfen, da er die Bücher zwar in der Bibliothek reserviert hatte, leider noch darauf warten muss. Ist ja eigentlich ein super System, in ganz Australien hast du gratis Zugriff auf Books, ebooks wie auch Hörbücher. Aber zuerst musst noch wissen wie??
OK. Geduldig bis kreischend ging ich in die nächste Buchhandlung. Versuchte die Geschichte so kurz als möglich zu schildern, so dass ich in dieser Buchhändlerin genau soviel Mitgefühl wecken konnte, dass SIE MIR ENDLICH HILFT dieses Buch runterzuladen. Ich war in der Zwischenzeit soweit dass ich es in Papierform gekauft hätte. Leider haben wir gerade dieses Buch zurzeit nicht an Lager. Als sie meinen Gesichtsausdruck sieht, tröstet sie mich, dass in Murray Bridge eine grosse Bibliothek sei mit hilfsbereitem Personal. Am Sonntag haben sie von 13-16 offen, 10 Minuten vom Fluss entfernt. Das Buch respektive das digitale Geschreibsel rückte in die Nähe.
Die erste Frau am Counter meinte ohne dass ich eine gültige Wohnadresse in Südaustralien hätte, könne sie mir trotzdem dass ich eine in Queensland habe, leider nicht weiter helfen. Die Hälfte von meinem Körper rutschte langsam über den Thesen, ich fixierte ihre Augen und meinte ruhig aber triefend von DRINGLICHKEIT, dass ich doch einfach NUR dieses Buch nach Wochen verzweifelten Versuchen lesen möchte und ich  doch eine arme Leseratte sei. Unglaublich lieb, offerierte sie mir die Kiste, die mit Gratisbüchern  vollgestopft ist und extra für Reisende zum Mitnehmen hingestellt wird. Da sich ja das Personal, meist auch Leseratten  gut vorstellen kann, wie schlimm es ohne Buch wäre. Super, genial, ich möchte aber das dritte Buch der Trilogie von Peter Watt. Ich fixierte ihre Augen herzlich Dankend von neuem. Sagte schlicht und einfach bitte geben sie mir den Zugang zur Bibliothek, egal wie, ich möchte einfach nur das dritte Buch von der Trilogie von Peter Watt ENDLICH LESEN. Sie verstand.
Ich erhielt eine Karte, logte ein, ging nicht. Logte ein ging immer noch nicht. In der Zwischenzeit war es 4pm, die Bibliothek schliesst nun leider, sie können aber morgen gerne vorbeikommen, kein Problem. Als ich „Zuhause“ war versuchte ich das einloggen noch ein paar Mal, endlich funktionierte es, die hiesige Bibliothek hatte es nicht, aber die in Adelaide……..ICH KONNTE ES GESTERN ENDLICH Runterladen. Ob ich gestern Abend gelesen habe, logisch, in der Nacht und vor dem Aufstehen auch noch. Dabei wollte ich doch NUR das dritte Buch lesen. Fazit. Leihe dir nie eine unvollständige Trilogie im Ausland aus, ohne dass du 100% sicher weisst, wo du dieses fehlende Buch erhalten wirst.
6057 Murray Bridge


Die paar Tage in Murray Bridge waren bald zu Ende und wir reisten über Robe wo wir das Meer und die 4x4 Tracks abblochten weiter nach Mount Gambier. Ein riesiges Gebiet aus Limestone, eingesunkenen Krater, vielen Höhlen, grüne Vegetation und idyllische Seen in erloschenen Vulkanen.

Perth bis Adelaide

Perth Oktober 2019

Nach einer für uns relativ kurzen Reisezeit von 19 Stunden Zürich-Perth, holten wir unsere hinter dem Flughafen in einer Storage Unit eingestellten Fahrzeuge ab. Super System, Preis-/Leistungsverhältnis stimmt und perfekt von Wind und Wetter geschützt. 3 Min entfernt davon, erwartete uns auf dem Caravan Park am Swan River in Perth unsere bereits zum Voraus reservierte Camp Site. Hier blieben wir eine Woche, ankommen war angesagt!

Tips:Es lohnt sich bevor man Neuseeland oder Australien bereisen will, das App „Camper Mate“ herunter zu laden. So ist es möglich offline von den Erfahrungen anderer Reisenden zu profitieren. Auch Maps. Me bewährt sich für uns seit Jahren. Online die Karten des jeweiligen Landes herunterladen, die dann offline zusammen mit dem GPS überall benützt werden können. Da sich leider auch die Berichte der Brände an der Ostküste häufen, schauen wir regelmässig ins Fires Near me App und die Wetterentwicklung auf www.windy.com. Es ist so oder so interessant die weltweite Wetterlage zu beobachten, egal wo man ist.

Während unserem Aufenthalt in Perth, besuchten wir die Familie vom Boot Neverland. Genüsslich tauschten wir schöne Segelerinnerungen von Tonga und Fiji aus. Netterweise durften wir ein Ersatzteil dorthin kommen lassen. Danke Nat und Stu.

6030 SchweizerBevor wir los reisten, lernten wir auf dem gemütlichen Campground 2 Schweizerehepaare die auf dem Heimweg waren kennen. Es ist extrem heimelig wieder mal „zrede wie eim der Schnabu gwachse isch“! Es het gfägt!! Danke für die Barossavalley tips, hat sich gelohnt.
Die Frühlingstemperaturen schwankten oft begleitet vom kühlen Südwestwind zwischen 15C-35C. Unglaublich was da alles blühte, jede nur erdenklich blühfähige Pflanze oder Baum erstrahlte in einmaliger Farbenpracht. Wildblumen soweit das Auge reichte.

Am 1. November geht’s los, wie die Australier so schön sagen, let’s hit the road.
Im Serpentin Falls Park essen wir, in Gesellschaft von einem  Känguru Mami, Lunch und beim Drakesbeook Weir schlugen wir unser Nachtlager bei relativ viel böigem Regen auf. Der Platz liegt idyllisch an einem künstlich geschaffenen Weiher mit 8 überdachten Essbanktischmöglichkeiten. Am Morgen belohnten uns warmer Sonnenschein und viel Ruhe für die gestrigen Strapazen. Eine  Ideale Umgebung um den neuen Generator zu testen, wie auch um die schwarzen und weissroten Kakadus zu beobachten.

6031 Ngilgi CaveUnterwegs in der Harvey Showkäserei degoutierten wir ein paar Goodies und unter einem schattigen Baum neben Emu und Dromedar genossen wir einen von Iris jeweils am Morgen für die Reise vorbereiteten Mini- Lunch. Die Fahrt ging weiter durch den Tuart National Forest nach Margaret River.
Eine angenehme Gegend, um ein paar Tage in Ruhe am blauen Meer entlang der Wildblumenpracht zu schlendern und zu verweilen. Beim Naturaliste Lighthouse beobachten wir in weiter Ferne die letzten Wale auf dem Heim „ Schwumm“ in die Antarktis. Wir besuchen die uralten Ngilgi  und Mammoth Cave und lernen im Leeuwin National Park den Unterschied von den stattlichen Riesenbäumen Marri und Karri kennen.
Auf dem Weg nach Augusta unbedingt das Boranup Gallerie Café mit seinen künstlerischen Werken besuchen, es lohnt sich. Schon bereits im Vorfeld, hatte Martin ein paar der interessanteren 4x4 Tracks herausgesucht. Der Erste führte uns an den Jasper Lake. D.h. beim Pneu Luft auf 20Psi für eine 77 km lange Entdeckungstour ablassen. Unseren Offroad tauglichen Trailer liessen wir zur Schonung des Materiales auf dem Campground stehen. Die Umgebung von Augusta hat einige sehr schöne Naturgebiete zu bieten.

6032 Warren TrackBei Pemberton bestiegen wir einen Teil des „Evan fire watch tree“.  Die nicht allzu bequemen Riesenstahlnägel dienen spiralförmig als Treppe um  wie der Name bereits sagt, aus 74m Höhe die Feuergefahr rechtzeitig zu erkennen. Der 2.Track war schon ein wenig extremer. Dünen rauf, zuerst rausschaufeln, dann haben wir den Trick raus. Nochmals mit viel Anlauf das Ganze von vorne diesmal mit untersetztem Getriebe. Oben war das Fahren wie auf einer blauen breiten Skipiste, herrlich weich, wie im Pulverschnee. Dann führte die Strecke durch den Warren River wo zwecks Schadenbeschränkung Iris barfuss mit zwei langen Stecken die Flusstiefe inspizierte. So hat sich das frühere Ankerkontrollieren auf in Flüsse auskundschaften umgelagert. Hauptsache es hat Wasser.

Auf dem CG lernen wir einen Winzer mit Team vom Mc Larren Valley kennen, der uns einen sehr interessanten Einblick zum Zweien der Reben gibt. Diese sehr strenge Arbeit verrichten sie jährlich jeweils 4 Monate am Stück, mind.10 Std pro Tag und dies 7 Tage lang.

 15.11.19 Mitten im überwucherten Busch, wendete Martin innerhalb der zugewachsenen Strasse gekonnt unser Auto mit Trailer. Das Erklimmen von Mt. Frankland mit einem wunderschönen Anlaufspaziergang belohnt wieder mit einer herrlichen Rundumsicht. Der Weg, wie auch die 303 Treppen wurden gebaut, um in den Feuer gefährlichen Monaten den Aufstieg der zuständigen Überwachung Person auf den stattlichen Felsen zu erleichtern.

Die Nächte werden langsam wärmer, d.h. im Schnitt 8-12C was uns motiviert wieder vermehrt wild zu Campen, dies ist in West-, wie auch in Südaustralien an vielen Orten möglich. Wir waren auch mit Kalea praktisch immer am Anker, die Freiheit und das nicht eingequetscht sein, lässt uns jederzeit ein wenig mehr Mühe auf uns nehmen.

6033 Eagle NestBei Walpole durften wir in den Baumkronen die jungen Adler bewundern und im Giant Tree Walk in 40m Höhe durch die Riesenbaumkronen durch spazieren. Die Gegend wird langsam trockener, die Weizenfelder sind oft mit wunderschönen grossen Felsen durchzogen.
Im Cozy Corner CG am Meer, der auch einer der vielen gratis Plätze hat, blieben wir 3 Nächte. Von dort aus besuchten wir das Walfischmuseum, die Sandelwoodfactory, wie auch das Blowhole in Albany.

Für den bereits seit Tagen angesagten starken Regen waren wir perfekt vorbereitet. Wie erwartet erwachten wir mit Prasselregen, warteten das erste Wolkenbruchloch ab, alles zusammen packen und ein paar Minuten später sassen wir bereits gemütlich beim nahe gelegenen Roadhouse auf der Veranda und frühstückten. Wie immer super Teamarbeit.

 

6037 Fitzgerald River NPDer Fitzgerald River NP toppte die Pflanzenvielfalt noch mit der endemischen Royal Hakea und beim Abendessen kriegen wir Besuch von kleinen grauen Wallabys.
Unterwegs gegen Stokes NP sahen wir Emu, tote Schlangen, kleine Lacer monitore,  verschiedene Skinks, natürlich hunderte unsd unbekannte Pflanzen, Schaffe, Spinnen, grosse Pelikane und schwarze Kakadu. Die Traumstrände lassen wir leider ein wenig links liegen, der kalte Südwind macht einem „uf bärndütsch gseit, e sturme Gring“.

Von Esperance über den Daniels Beach nehmen wir die Pamango Rd um auf den Balladonia Track zu gelangen. Gemäss Ranger ist das Feuer gelöscht. Beim Deralinya Homestead, genossen wir unseren Lunch. Die Vorstellung wie sie früher gelebt hatten fällt einem an solchen Orten relativ einfach. Unterwegs schlagen wir im Busch das Nachtlager auf und am nächsten Tag geht’s weiter auf der 146.6 Km geraden Eyre Highway. Der längsten geraden Strassenstrecke in Australien. Wir klopfen gegen Süden, unterwegs übernachten wir meist wild, genossen den Sternenhimmel und die Freiheit. Entlang nach Nollarbor lesen wir eine der leider vielen hässlichen Nuklear Geschichten, wir staunen wie viele Orte für Atombombentests missbraucht wurden. Rücksichtslos gegenüber allem und jedem Das traurige Gefühl wird bald durch die stattlichen Kornspeicher und die Gipsminen abgelenkt.

6034 Ship Shearing30.11.19 Coodlie Park Bushcamp, hier wurden wir von den Friends of the Gawler Ranges NP  zu ihrer Clubweihnachten eingeladen. Am grossen Campfeuer wurden Geschichten über das Buschleben ausgetauscht, es war ein sehr geselliger und fröhlicher Aufenthalt. Peter offerierte uns am nächsten Tag auf seiner Schafsfarm im Busch zu übernachten, so dass wir tags darauf am Schafe schären teilnehmen durften. Dankend nahmen wir dieses interessante Angebot an und staunten nicht schlecht ab der Effizienz des Teams. Pro Mann wurden im Akkord 130 Schafe geschoren, was eine unglaubliche Leistung ist. Dementsprechend sortieren die Frauen fleissig die Wolle, alles geht fliessend Hand in Hand. Die meiste Merinowolle wird nach China exportiert, wo leider bereits der Preis so gedrückt wird, dass die Farmer stark darunter leiden.

6035 Gawler RangesUeber Port Lincoln wo wir Robin und Jim besuchten, fuhren wir wieder hoch nach Wudinna. Dort trafen wir uns mit Wendy, Trisha, Westy und Marry zu einem gemütlichen Café, kauften beim lokalen Metzger noch Fleisch ein und reisten hoch über die Gawler Ranges nach Mt. Ive Station. Wir sind in so abgelegenen Gegenden, wo wie hier weit und breit kein Mensch sichtbar ist. Immer wieder schätzen wir unser Satelitten Telefon. Sobald man im Buschland ist, gibt es praktisch null Telefonempfang. 6036 Lake GairdnerAm dritten Tag kam ein Filmteam aus Frankreich angereist um die einmalige Gegend des Lake Gairdner  für die Schulen in Belgien und Frankreich zu filmen. Im Gegensatz zu uns, hatten sie eine Bewilligung eingeholt, um mit dem Auto auf den 160x50km grossen Salzsee zu fahren. Wir waren schon am Rande der riesig weissen Fläche tief beeindruckt.

Da über 40C erwartet wurden, fuhren wir runter ans Meer. Anstelle von einer kühlen Brise, wurden wir mit böig heissem Wüstenwind und einer Fliegeninvasion willkommen geheissen. Iris erfrischte sich trotz der Fliegenplage bei gefühlten Wassertemperaturen von 38C trotzdem.

Langsam war es an der Zeit Richtung Barossa Valley zu fahren, die Seele baumeln lassen, ab und zu auf einem grünen Weingut feinen Wein zu degoutieren und unsere Webseite zu aktualisieren. Es gibt hunderte von Fotos zu sichten und natürlich alle Jahre wieder den Weihnachtsbrief zu verfassen. Am Dienstag werden wir das Auto in Adelaide in den Service geben um am Freitag für eine Woche auf den Kangaroo Island unsere Weihnachtsferien zu verbringen. Wir werden wie jedes Jahr unsere Familien sehr vermissen und gleichzeitig dankbar sein, dass wir an der Wärme sein dürfen.

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