Kangaroo Island

6050 Cape JervisDass wir zum Einfädeln bei der Fähre einer der ersten Trailer waren spricht schon mal für sich. Für die 45 Min Ueberfahrt werden die Passagiere gebeten separat auf die Fähre zu gehen, während dem die Person die fährt sorgfältig auf die Fähre reingelotst wird. Schon lange im Voraus  hatten wir für eine Woche auf dem Naturpark ähnlichen Campground einen Platz gebucht, wohl wissend dass während den langen Sommerferien die beliebten Orte ausgebucht sind. Bei Ankunft verlängerten wir auf 10 Tage, was sich im Nachhinein als goldrichtig entpuppte. Bei der Anfahrt auf den CG empfing uns ein, von den Inselbewohnern lang ersehnter, Regen. Dass dieses Gewitter mit einem Blitzeinschlag im Norden der Insel das Feuer entfachen würde und schlussendlich einen riesig langen Rattenschwanz von dramatischen Bränden nach sich ziehen würde, ahnte damals niemand. Nun will ich aber der Geschichte nicht vorgreifen.


6051 Remarkable RocksDie Insel nahm uns mit all ihrer Einzigartigkeit in Empfang. Lieblich blau türkis schillernde Buchten, Vogelkonzerte, Steinformationen, wie von einem anderen Stern, herzig rumtollende Koala Bären, die ob Tag oder Nacht nie zu scheu waren um entweder zu schlafen oder putzig durch die Eukalyptusbäume zu klettern. Eigentlich waren wir Menschen dort in der Minderheit. Wenn ein Ameisenigel seine langen Stacheln quer durch den Platz schaukelte, interessierte es ihn relativ wenig ob wir alle freudig zuschauten und ihn fotografierten. Stoisch steckte er seine lange Pinoccio Nase in jedes Loch und schmauste gemütlich vor sich hin. Desgleichen die im Schatten eines Baumes ruhenden Kängurus. Sie hoben zwar kurz den Kopf hoch, damit hatte es sich jedoch schon, aus Erfahrung wussten alle Tiere, dass ihnen in diesem Naturpark nichts passieren konnte. Abends hüpften sie ob mit oder ohne Jungem schon aktiver durch die Gegend. Schliesslich musste auch mal gefuttert werden.


6053 Kuala

In der Nacht wurde es auf dem Gelände sehr aktiv. Hinter unserem Platz lag ein kleiner Buschwald. Tagsüber konnte es schon mal passieren, dass plötzlich ein ganzer Baum ins Wäldchen krachte. In der Nacht röhrten die Koalas, als ob sie mindestens 3 Mal so gross wären. Es galt auch gut aufzupassen, dass beim Bestaunen der Milkyway einem nicht plötzlich ein kleines Wallaby zwischen die Beine geriet. Sicher waren noch andere Tiere unterwegs, bei einigen war es uns jedoch recht, dass wir uns nicht begegneten. Seit Iris einen Spinnenbiss hatte und wochenlang mit starkem Juckreiz und geschwollenem Fuss rumlaufen musste, passen wir 4 Mal mehr auf.

 


6055 Ameisenigel

Wir erkundeten einen Teil des Nordens, der Andere war bereits wegen Bränden gesperrt, im Westen ein paar wunderschöne Trails, sowie die ganze Südküste nach Osten. Wir fuhren mitten und quer durch, holperten über Tracks und genossen die Weihnachtsferien in vollen Zügen. Ein paar wunderbare Begegnungen, wie die mit Karen und Tom aus Adelaide, Debby und Martin mit ihren beiden Söhnen aus Melbourne, als auch die Familie Pfister aus der Schweiz bereicherten ganz klar diesen Aufenthalt. Manchmal kamen wir so spät ins Bett fast wie in jungen Jahren. Es waren einzigartig schöne Ferien von unseren Reiseferien.


6056 Fires Near Me

 

Bereits als wir die Insel am 30.12. verliessen, beobachteten wir das immer ein wenig aufflammende nördlich brennende Gebiet. Von Karen und Tom die noch ein paar Tage an der Westküste verbringen wollten, hörten wir, dass sie nach 2 Tagen evakuiert wurden. Dann begann ein Drama, das sogar für uns die eben erst dort gewesen waren, kaum vorstellbar war. Heute wenn wir den Bericht schreiben, sind von ca. 60 000 Koalas bereits die Hälfte umgekommen, die Fähre setzt Tag und Nacht über um zu retten, was zu retten ist. Das zum Teil angesengte Vieh wird mit Schüssen not geschlachtet und die Menschen kämpfen verzweifelt um ihre Existenz. Was übrig bleibt ist eine grosse schwarze Einöde.

 

 


6058 McKarthys OrchardIn den ersten Tagen im Mc Larren Valle auf Mount Compass,  waren die Berichte noch lange nicht so dramatisch. Wir besuchten einen jungen Winzer, den wir an der Westküste in Australien kennen gelernt hatten, erkundeten die grüne lieblich hügelige Gegend, genossen das Wein degustieren und in der Zwischenzeit auch das langsamer Reisen. Haben wir doch für die nächsten 800 km fast einen Monat Zeit. Dann werden wir am Australian Day auf Tasmanien übersetzen und die nächsten paar Wochen dort herum reisen. Vorerst jedoch schleichen wir jedoch  langsam der Küste entlang Richtung Melbourne. Täglich beobachten wir mehrmals die in der Zwischenzeit auch in Victoria angekommenen Feuerdesaster und sind tief betroffen ab all dem unvorstellbaren Elend das sich da in naher und weiter Ferne abspielt. Die Temperaturen spielen verrückt. Mal ist es 43°C dann am nächsten Tag noch 19°C in der Nacht variiert es zwischen 11°C-35°C. Ein psychischer, wie physischer Schüttelbecher. Wohl verstanden nicht wirklich für uns. Wir können ja nachschlafen, ausweichen, ruhen oder uns einpacken, schlimm ist es für all die, die draussen arbeiten und leben.

Nun noch eine kleine Erheiterung, wohl bemerkt vorallem,  wenn es einem nicht betrifft, harr harr.
Teresa und Brett gaben uns in Brisbane ein paar ebooks eines australischen Schriftstellers „Peter Watt“ mit. Eine Trilogie die basierend auf der reellen Vergangenheit, die dann fantasievoll angereicherte Geschichte Australiens schildert mit den ersten Siedler, ein sogenannter historischer Roman. Leider waren nur die ersten beiden Bücher vorhanden.  Kein Problem, laden wir den Dritten doch einfach aufs Ebook runter und bezahlen die 9.5$. Da wir den Tolino und nicht den Kindle haben, ging dies leider nicht einfach so auf die Schnelle. Tolino ins Netz einloggen, das Buch war in Deutsch erhältlich jedoch nicht auf Englisch. Wir wollten es aber in Englisch weiterlesen. Gut. Dann im Browser Google rein, auf Good Reads ist es erhältlich. Laptop raus, Goodreads registrieren, Name, Adresse, Geburtsdatum, Kreditkarte, Nasenlochgrösse etc… das Passwort wird geliefert, einloggen, ups, wir werden an Amazone weiter gereicht. OK kein Problem. Das Ganze nochmals von Vorne, Namen, Adresse, Geburtsdatum, Kreditkarten Nummer, Ablaufdatum, kleine Nummer, Ohrenlänge etc…bevor wieder ein Passwort kommt, erhalte ich eine Nachricht, dass wegen internationalen Bestimmungen zwischen Australien und der Schweiz, ich leider dieses Buch nicht kaufen und runterladen dürfe, da ich mich ja in Australien befinde. Big System is watching you. OK. Liebe Teresa, hast du zufälligerweise in der Zwischenzeit den dritten Band gekauft und kannst ihn mir schicken, es eilt da ich unbedingt dringend wissen möchte wie die Geschichte weitergeht. Sie hatte mir ja schliesslich dieses Ei ins Nest gelegt. Liebe Iris, leider nein, wir haben nur die ersten beiden Bände. Dies ist aber kein Problem, du kannst überall in Australien gratis Bücher beziehen und runterladen, gerade in deiner Nähe (hat sie wohl online schnell nachgeschaut) gibt es den dritten Band. Hmmm. OK. Ich gehe kurz zu unseren neuen australischen Bekannten auf dem Nachbarplatz und frage die beiden Studenten, wie ich zu einer Bibliothek komme. Keine Ahnung, die beiden hatten noch nie Bücher auf diese Weise bezogen. Die Eltern der Beiden schon, wussten aber auch nicht wie sie das Buch bei sich runterladen könnten um es mir zu geben, ist ja nur leihweise auf dem Ebook. Kurzes email an Gavin in Brisbane, leider konnte auch er nicht aushelfen, da er die Bücher zwar in der Bibliothek reserviert hatte, leider noch darauf warten muss. Ist ja eigentlich ein super System, in ganz Australien hast du gratis Zugriff auf Books, ebooks wie auch Hörbücher. Aber zuerst musst noch wissen wie??
OK. Geduldig bis kreischend ging ich in die nächste Buchhandlung. Versuchte die Geschichte so kurz als möglich zu schildern, so dass ich in dieser Buchhändlerin genau soviel Mitgefühl wecken konnte, dass SIE MIR ENDLICH HILFT dieses Buch runterzuladen. Ich war in der Zwischenzeit soweit dass ich es in Papierform gekauft hätte. Leider haben wir gerade dieses Buch zurzeit nicht an Lager. Als sie meinen Gesichtsausdruck sieht, tröstet sie mich, dass in Murray Bridge eine grosse Bibliothek sei mit hilfsbereitem Personal. Am Sonntag haben sie von 13-16 offen, 10 Minuten vom Fluss entfernt. Das Buch respektive das digitale Geschreibsel rückte in die Nähe.
Die erste Frau am Counter meinte ohne dass ich eine gültige Wohnadresse in Südaustralien hätte, könne sie mir trotzdem dass ich eine in Queensland habe, leider nicht weiter helfen. Die Hälfte von meinem Körper rutschte langsam über den Thesen, ich fixierte ihre Augen und meinte ruhig aber triefend von DRINGLICHKEIT, dass ich doch einfach NUR dieses Buch nach Wochen verzweifelten Versuchen lesen möchte und ich  doch eine arme Leseratte sei. Unglaublich lieb, offerierte sie mir die Kiste, die mit Gratisbüchern  vollgestopft ist und extra für Reisende zum Mitnehmen hingestellt wird. Da sich ja das Personal, meist auch Leseratten  gut vorstellen kann, wie schlimm es ohne Buch wäre. Super, genial, ich möchte aber das dritte Buch der Trilogie von Peter Watt. Ich fixierte ihre Augen herzlich Dankend von neuem. Sagte schlicht und einfach bitte geben sie mir den Zugang zur Bibliothek, egal wie, ich möchte einfach nur das dritte Buch von der Trilogie von Peter Watt ENDLICH LESEN. Sie verstand.
Ich erhielt eine Karte, logte ein, ging nicht. Logte ein ging immer noch nicht. In der Zwischenzeit war es 4pm, die Bibliothek schliesst nun leider, sie können aber morgen gerne vorbeikommen, kein Problem. Als ich „Zuhause“ war versuchte ich das einloggen noch ein paar Mal, endlich funktionierte es, die hiesige Bibliothek hatte es nicht, aber die in Adelaide……..ICH KONNTE ES GESTERN ENDLICH Runterladen. Ob ich gestern Abend gelesen habe, logisch, in der Nacht und vor dem Aufstehen auch noch. Dabei wollte ich doch NUR das dritte Buch lesen. Fazit. Leihe dir nie eine unvollständige Trilogie im Ausland aus, ohne dass du 100% sicher weisst, wo du dieses fehlende Buch erhalten wirst.
6057 Murray Bridge


Die paar Tage in Murray Bridge waren bald zu Ende und wir reisten über Robe wo wir das Meer und die 4x4 Tracks abblochten weiter nach Mount Gambier. Ein riesiges Gebiet aus Limestone, eingesunkenen Krater, vielen Höhlen, grüne Vegetation und idyllische Seen in erloschenen Vulkanen.

Perth bis Adelaide

Perth Oktober 2019

Nach einer für uns relativ kurzen Reisezeit von 19 Stunden Zürich-Perth, holten wir unsere hinter dem Flughafen in einer Storage Unit eingestellten Fahrzeuge ab. Super System, Preis-/Leistungsverhältnis stimmt und perfekt von Wind und Wetter geschützt. 3 Min entfernt davon, erwartete uns auf dem Caravan Park am Swan River in Perth unsere bereits zum Voraus reservierte Camp Site. Hier blieben wir eine Woche, ankommen war angesagt!

Tips:Es lohnt sich bevor man Neuseeland oder Australien bereisen will, das App „Camper Mate“ herunter zu laden. So ist es möglich offline von den Erfahrungen anderer Reisenden zu profitieren. Auch Maps. Me bewährt sich für uns seit Jahren. Online die Karten des jeweiligen Landes herunterladen, die dann offline zusammen mit dem GPS überall benützt werden können. Da sich leider auch die Berichte der Brände an der Ostküste häufen, schauen wir regelmässig ins Fires Near me App und die Wetterentwicklung auf www.windy.com. Es ist so oder so interessant die weltweite Wetterlage zu beobachten, egal wo man ist.

Während unserem Aufenthalt in Perth, besuchten wir die Familie vom Boot Neverland. Genüsslich tauschten wir schöne Segelerinnerungen von Tonga und Fiji aus. Netterweise durften wir ein Ersatzteil dorthin kommen lassen. Danke Nat und Stu.

6030 SchweizerBevor wir los reisten, lernten wir auf dem gemütlichen Campground 2 Schweizerehepaare die auf dem Heimweg waren kennen. Es ist extrem heimelig wieder mal „zrede wie eim der Schnabu gwachse isch“! Es het gfägt!! Danke für die Barossavalley tips, hat sich gelohnt.
Die Frühlingstemperaturen schwankten oft begleitet vom kühlen Südwestwind zwischen 15C-35C. Unglaublich was da alles blühte, jede nur erdenklich blühfähige Pflanze oder Baum erstrahlte in einmaliger Farbenpracht. Wildblumen soweit das Auge reichte.

Am 1. November geht’s los, wie die Australier so schön sagen, let’s hit the road.
Im Serpentin Falls Park essen wir, in Gesellschaft von einem  Känguru Mami, Lunch und beim Drakesbeook Weir schlugen wir unser Nachtlager bei relativ viel böigem Regen auf. Der Platz liegt idyllisch an einem künstlich geschaffenen Weiher mit 8 überdachten Essbanktischmöglichkeiten. Am Morgen belohnten uns warmer Sonnenschein und viel Ruhe für die gestrigen Strapazen. Eine  Ideale Umgebung um den neuen Generator zu testen, wie auch um die schwarzen und weissroten Kakadus zu beobachten.

6031 Ngilgi CaveUnterwegs in der Harvey Showkäserei degoutierten wir ein paar Goodies und unter einem schattigen Baum neben Emu und Dromedar genossen wir einen von Iris jeweils am Morgen für die Reise vorbereiteten Mini- Lunch. Die Fahrt ging weiter durch den Tuart National Forest nach Margaret River.
Eine angenehme Gegend, um ein paar Tage in Ruhe am blauen Meer entlang der Wildblumenpracht zu schlendern und zu verweilen. Beim Naturaliste Lighthouse beobachten wir in weiter Ferne die letzten Wale auf dem Heim „ Schwumm“ in die Antarktis. Wir besuchen die uralten Ngilgi  und Mammoth Cave und lernen im Leeuwin National Park den Unterschied von den stattlichen Riesenbäumen Marri und Karri kennen.
Auf dem Weg nach Augusta unbedingt das Boranup Gallerie Café mit seinen künstlerischen Werken besuchen, es lohnt sich. Schon bereits im Vorfeld, hatte Martin ein paar der interessanteren 4x4 Tracks herausgesucht. Der Erste führte uns an den Jasper Lake. D.h. beim Pneu Luft auf 20Psi für eine 77 km lange Entdeckungstour ablassen. Unseren Offroad tauglichen Trailer liessen wir zur Schonung des Materiales auf dem Campground stehen. Die Umgebung von Augusta hat einige sehr schöne Naturgebiete zu bieten.

6032 Warren TrackBei Pemberton bestiegen wir einen Teil des „Evan fire watch tree“.  Die nicht allzu bequemen Riesenstahlnägel dienen spiralförmig als Treppe um  wie der Name bereits sagt, aus 74m Höhe die Feuergefahr rechtzeitig zu erkennen. Der 2.Track war schon ein wenig extremer. Dünen rauf, zuerst rausschaufeln, dann haben wir den Trick raus. Nochmals mit viel Anlauf das Ganze von vorne diesmal mit untersetztem Getriebe. Oben war das Fahren wie auf einer blauen breiten Skipiste, herrlich weich, wie im Pulverschnee. Dann führte die Strecke durch den Warren River wo zwecks Schadenbeschränkung Iris barfuss mit zwei langen Stecken die Flusstiefe inspizierte. So hat sich das frühere Ankerkontrollieren auf in Flüsse auskundschaften umgelagert. Hauptsache es hat Wasser.

Auf dem CG lernen wir einen Winzer mit Team vom Mc Larren Valley kennen, der uns einen sehr interessanten Einblick zum Zweien der Reben gibt. Diese sehr strenge Arbeit verrichten sie jährlich jeweils 4 Monate am Stück, mind.10 Std pro Tag und dies 7 Tage lang.

 15.11.19 Mitten im überwucherten Busch, wendete Martin innerhalb der zugewachsenen Strasse gekonnt unser Auto mit Trailer. Das Erklimmen von Mt. Frankland mit einem wunderschönen Anlaufspaziergang belohnt wieder mit einer herrlichen Rundumsicht. Der Weg, wie auch die 303 Treppen wurden gebaut, um in den Feuer gefährlichen Monaten den Aufstieg der zuständigen Überwachung Person auf den stattlichen Felsen zu erleichtern.

Die Nächte werden langsam wärmer, d.h. im Schnitt 8-12C was uns motiviert wieder vermehrt wild zu Campen, dies ist in West-, wie auch in Südaustralien an vielen Orten möglich. Wir waren auch mit Kalea praktisch immer am Anker, die Freiheit und das nicht eingequetscht sein, lässt uns jederzeit ein wenig mehr Mühe auf uns nehmen.

6033 Eagle NestBei Walpole durften wir in den Baumkronen die jungen Adler bewundern und im Giant Tree Walk in 40m Höhe durch die Riesenbaumkronen durch spazieren. Die Gegend wird langsam trockener, die Weizenfelder sind oft mit wunderschönen grossen Felsen durchzogen.
Im Cozy Corner CG am Meer, der auch einer der vielen gratis Plätze hat, blieben wir 3 Nächte. Von dort aus besuchten wir das Walfischmuseum, die Sandelwoodfactory, wie auch das Blowhole in Albany.

Für den bereits seit Tagen angesagten starken Regen waren wir perfekt vorbereitet. Wie erwartet erwachten wir mit Prasselregen, warteten das erste Wolkenbruchloch ab, alles zusammen packen und ein paar Minuten später sassen wir bereits gemütlich beim nahe gelegenen Roadhouse auf der Veranda und frühstückten. Wie immer super Teamarbeit.

 

6037 Fitzgerald River NPDer Fitzgerald River NP toppte die Pflanzenvielfalt noch mit der endemischen Royal Hakea und beim Abendessen kriegen wir Besuch von kleinen grauen Wallabys.
Unterwegs gegen Stokes NP sahen wir Emu, tote Schlangen, kleine Lacer monitore,  verschiedene Skinks, natürlich hunderte unsd unbekannte Pflanzen, Schaffe, Spinnen, grosse Pelikane und schwarze Kakadu. Die Traumstrände lassen wir leider ein wenig links liegen, der kalte Südwind macht einem „uf bärndütsch gseit, e sturme Gring“.

Von Esperance über den Daniels Beach nehmen wir die Pamango Rd um auf den Balladonia Track zu gelangen. Gemäss Ranger ist das Feuer gelöscht. Beim Deralinya Homestead, genossen wir unseren Lunch. Die Vorstellung wie sie früher gelebt hatten fällt einem an solchen Orten relativ einfach. Unterwegs schlagen wir im Busch das Nachtlager auf und am nächsten Tag geht’s weiter auf der 146.6 Km geraden Eyre Highway. Der längsten geraden Strassenstrecke in Australien. Wir klopfen gegen Süden, unterwegs übernachten wir meist wild, genossen den Sternenhimmel und die Freiheit. Entlang nach Nollarbor lesen wir eine der leider vielen hässlichen Nuklear Geschichten, wir staunen wie viele Orte für Atombombentests missbraucht wurden. Rücksichtslos gegenüber allem und jedem Das traurige Gefühl wird bald durch die stattlichen Kornspeicher und die Gipsminen abgelenkt.

6034 Ship Shearing30.11.19 Coodlie Park Bushcamp, hier wurden wir von den Friends of the Gawler Ranges NP  zu ihrer Clubweihnachten eingeladen. Am grossen Campfeuer wurden Geschichten über das Buschleben ausgetauscht, es war ein sehr geselliger und fröhlicher Aufenthalt. Peter offerierte uns am nächsten Tag auf seiner Schafsfarm im Busch zu übernachten, so dass wir tags darauf am Schafe schären teilnehmen durften. Dankend nahmen wir dieses interessante Angebot an und staunten nicht schlecht ab der Effizienz des Teams. Pro Mann wurden im Akkord 130 Schafe geschoren, was eine unglaubliche Leistung ist. Dementsprechend sortieren die Frauen fleissig die Wolle, alles geht fliessend Hand in Hand. Die meiste Merinowolle wird nach China exportiert, wo leider bereits der Preis so gedrückt wird, dass die Farmer stark darunter leiden.

6035 Gawler RangesUeber Port Lincoln wo wir Robin und Jim besuchten, fuhren wir wieder hoch nach Wudinna. Dort trafen wir uns mit Wendy, Trisha, Westy und Marry zu einem gemütlichen Café, kauften beim lokalen Metzger noch Fleisch ein und reisten hoch über die Gawler Ranges nach Mt. Ive Station. Wir sind in so abgelegenen Gegenden, wo wie hier weit und breit kein Mensch sichtbar ist. Immer wieder schätzen wir unser Satelitten Telefon. Sobald man im Buschland ist, gibt es praktisch null Telefonempfang. 6036 Lake GairdnerAm dritten Tag kam ein Filmteam aus Frankreich angereist um die einmalige Gegend des Lake Gairdner  für die Schulen in Belgien und Frankreich zu filmen. Im Gegensatz zu uns, hatten sie eine Bewilligung eingeholt, um mit dem Auto auf den 160x50km grossen Salzsee zu fahren. Wir waren schon am Rande der riesig weissen Fläche tief beeindruckt.

Da über 40C erwartet wurden, fuhren wir runter ans Meer. Anstelle von einer kühlen Brise, wurden wir mit böig heissem Wüstenwind und einer Fliegeninvasion willkommen geheissen. Iris erfrischte sich trotz der Fliegenplage bei gefühlten Wassertemperaturen von 38C trotzdem.

Langsam war es an der Zeit Richtung Barossa Valley zu fahren, die Seele baumeln lassen, ab und zu auf einem grünen Weingut feinen Wein zu degoutieren und unsere Webseite zu aktualisieren. Es gibt hunderte von Fotos zu sichten und natürlich alle Jahre wieder den Weihnachtsbrief zu verfassen. Am Dienstag werden wir das Auto in Adelaide in den Service geben um am Freitag für eine Woche auf den Kangaroo Island unsere Weihnachtsferien zu verbringen. Wir werden wie jedes Jahr unsere Familien sehr vermissen und gleichzeitig dankbar sein, dass wir an der Wärme sein dürfen.

Alice Springs bis Perth

6010 GunLomVon Alice Springs ging es zügig nach Norden. Nach einer Zwischenübernachtung im Mary River Roadhouse erreichten wir am 30. Juni den Kakadu-Nationalpark. Der  erste Besuch galt dem Gunlom Wasserfall. Eine einstündige Wanderung brachte uns zu den Wasserbecken, die sich oberhalb des Falls gebildet hatten. Mangels Badekleid tauchte Iris, mit samt ihren Kleidern in das erfrischende Nass. Unser nächster Stopp waren die Jim Jim Falls.

6011 JimJIm CampgroundHier übernachteten wir auf einem lauschigen Natur-Campingplatz. Am darauf folgenden Morgen fuhren wir ohne Trailer über eine ca. 10Km lange 4-Weel Strecke zum Parkplatz, um dann über einen recht beschwerlichen Weg nach 1.5 Stunden den Wasserfall zu erreichen. Eine herrliche Gegend mit einigen Pools (schwimmen verboten, Krokodile) und farbigen Felswänden.

6012 Ubirr NPAm Nachmittag fuhren wir mit einigen Zwischenhalten an interessanten Stellen weiter bis nach Ubirr. In der Sonnenuntergangsstimmung besuchten wir die berühmten Felsmalereien der Aborigines. Die Zeit vom 2. Bis 4. Juli verbrachten wir in Darwin und erholten uns von den vielen herrlichen Eindrücken.

6013 Kununurra Zebra RockNach einer Zwischenübernachtung beim Victoria River Roadhouse erreichen wir am Nachmittag des 6. Juli gerade rechtzeitig Kununurra, um auf dem erhöhten Aussichtpunkt die weite Landschaft bei Sonnenuntergang zu geniessen. Am nächsten Morgen wanderten wir vor dem Frühstück durch ein eindrückliches Tal mit vielen roten Felsformationen. Den Rest des Tages genossen wir in und um Kununurra und besuchten den „Zebra-Rock“-Künstler, der aus den Zebrasteinen viele wunderschöne Gegenstände herstellt.

Gibb River Road
Die Gibb River Road ist eine ca. 750Km lange Naturstrasse und führt von Kununurra bis Derby quer durch das Gebiet „Kimberley“.


6014 El Questro1.und 2.Tag: Von Kununurra aus sind es nur 75 Kilometer Richtung Westen zum El Questro Wilderness Park, einer bewirtschafteten Viehstation und Ferienziel am östlichen Rand der Kimberley Region. Auf dem Weg überquerten wir den Pentecost River. Aufgrund der vier grossen Flusssysteme, die den Park durchziehen, sahen wir eine Vielzahl von einheimischen Tieren, Vögeln und Fischen in den Flüssen sowie Süßwasserquellen und Schluchten. Wir besuchten das Warmwasserbecken „the Grotto“ und fuhren auf 4-Weel-Strecken zu erhöhten Aussichtspunkten, die einen unvergesslichen Eindruck hinterliessen.

 

 


6015 Home Valley Pentecost Rive3.Tag: Besuch der Emma Gorge mit 3 stündiger Wanderung in einer unvorstellbaren herrlichen Natur und Weiterreise nach dem Campground „Home Valley“. Dieser liegt direkt an einem krokodilreichen Fluss.

 

 

 


6016 Ellenbrae4.Tag: Nach etwa 4 stündiger Fahrt erreichten wir Ellenbrae. Hier genossen wir das weitberühmte Süssbrot mit Nidle und Gonfi. Für die Übernachtung richteten wir uns auf einem Naturcampingplatz ein. Am Morgen hüpfte die leuchtende Sonne beim Aufgang von Ast für Ast.

 

 

 

 


6017 Mount Elizabeth5.und 6.Tag: Weiterreise über Gibb River Roadhouse nach Mt. Elizabeth. Ein auf einem erhöht liegenden Plateau angelegter Campground. Hier schalteten wir einen Ruhetag ein und besuchten die umliegenden Wälder und Flussschluchten. Eindrückliche 4-Weel-Tracks führen durch die Wälder mit grosser Artenvielfalt an Bäumen.

 

 


6018 von Ellenbrae Mount Elizabeth7.Tag: An diesem Tag erreichten wir Belle Gorge Silent grove. Neben einer eindrücklichen Schlucht gab es einen wunderschönen Wanderweg zum Wasserfall. Hier konnte sich Iris, wieder einmal mehr, ein erfrischendes Bad nehmen. Der Campingplatz war sehr staubig und nicht wirklich einladend.

 

 

 


6019 Windjana Schlucht8. Und 9. Tag: Auf dem Weg zur Windjana Gorge sahen wir viele Baob-Bäume, die mit ihren rundlichen Bäuchen und den unzähligen Baumastarmen wie märchenhafte Wesen in der Landschaft stehen.  Diese Bäume kommen ebenfalls auf Madagaskar vor und heissen dort Baobab. Die Windjana Gorge ist ein weites Flusstal, das nur noch sehr wenig Wasser in einigen Tümpeln aufwies. Hier sammelten sich einige Süsswasser-Krokodile und sonnten sich an dessen Ufern. Am kommenden Morgen fuhren wir ohne den Trailer zum Windjana Tunnel Creek. Eine etwa 700 Meter lange Höhle, durch die normalerweise ein Fluss strömt. In der Trockenzeit ist nur noch Wasser in einigen Senken zu finden. Auch hier sahen wir am Höhleneingang einige Krokodile. Mit einem etwas mulmigen Gefühl und ohne Taschenlampe (nur Hanylampe) durchquerten wir die eindrückliche geschichtsträchtige Höhle. Am Ende erwartete uns ein kleines verstecktes Tal, die Wände wiesen alte Aborigines Malereien auf und an den Baumästen hingen hunderte von Flughunden wie satte reife Trauben an den Ästen.


6020 Boab Derby10.Tag: Gegen Abend erreichen wir Derby und somit das Ende der Gib River Road. Alles hat auf den vielen staubigen Kilometern gut standgehalten. Derby ist ein kleines Städtchen am Indischen Ozean und hat durch die recht hohen Tiden ein grosses Wattgebiet. Das Wasser ist dadurch unklar und lädt überhaupt nicht zum Baden ein. In Derby haben wir den mächtigsten Boab-Baum besucht. Sehr eindrücklich steht er da und hat fast keine Blätter mehr jedoch ist er voller Früchte. Die Boab Bäume sind in jeder Vegetations-Phase zu finden, neben Kahlen stehen welche mit Blättern, einige blühen und andere haben viele Früchte an den Ästen.

 

 


6021 Banana WellVon Derby reisten wir nach Broome um von dort gleich weiter nach Norden den Dampier Peninsula zu besuchen. Wir verbrachten 2 Nächte auf dem schön gelegenen Campingplatz Banana Wells. Hier war bis vor einigen Jahren eine ansehnliche Bananen Plantage, mit eigener Wasserquelle, angepflanzt. Nach der Übergabe des Landes an die Verwaltung der Aborigines wurde jedoch nicht weiterbepflanzt und somit ist heute ausser dem Campingplatz nichts mehr aktiv.

6022 Middle LagoonDie weiteren zwei Tage in diesem Gebiet verbrachten wir auf dem Campingplatz Middle Lagoon. Unser Trailer stand oberhalb der Böschung direkt am Meer. Die Aussicht war traumhaft, da wir erhöht über der Bucht lagen konnten wir die Wale und Delphine wunderbar in der Bucht vorbeiziehen sehen.
Nach diesen 4 Erholungstagen kehrten wir nach Broome zurück. Einige Arbeiten waren angesagt: Auto- und Trailer waschen, Auto Service musste gemacht werden. Reparaturen am Trailer waren notwendig, Gas auffüllen und Ersatzteile beschaffen.


6023 Stossdämpfer defektWeiter ging die Reise nach Karratha mit Zwischenübernachtung im Pardoo Roadhouse. Bei einem Routine Check stellten wir fest, dass ein Stossdämpfer des Trailers leckte und weitere Untersuchungen ergaben, dass wir einen Defekt an der Federung des Trailers hatten. Wir demontierten den defekten Stossdämpfer und fuhren den Rest der Strecke nur mit einem Stossdämpfer. Gleichzeitig vereinbarten wir einen Termin bei einer Camper Reparaturwerkstätte in  Karratha für den nächsten Tag.


6024 Ester und Vincenc Am späteren Nachmittag erreichten wir Karratha und wurden herzlich von Esther und ihrer Familie empfangen. Esther ist mit Iris verwandt und lebt seit einigen Jahren in Australien davon seit 4 Jahren in Karratha einer typischen Minenstadt. Das Wochenende verbrachten wir mit ihnen und fuhren an beiden Tagen mit ihrem Motorboot hinaus, um auf den vorgelagerten Inseln zu baden und zu Picknicken.
Am Montag stellte sich dann in der Reparaturwerkstätte heraus, dass eine Feder der Trailer Aufhängung viel zu kurz war und ersetzt werden musste. Die neuen Federn und Stossdämpfer mussten von Modcom an der Ostküste an uns gesandt werden. Durch diesen Umstand blieben wir eine ganze Woche in Karratha hängen. Da wir Esthers und Vincent Haus noch 3 Tage hüten durften, war das Warten ausgesprochen angenehm.

 

6025 Laser MonitorAm 3. August konnte unsere Reise weitergehen. Wir fuhren gegen Osten mit dem Ziel den Milstream Nationalpark zu erreichen. Unterwegs erfreuten wir uns an der vielfältigen Landschaft und wurden von den längsten Zugkompositionen die wir je gesehen hatten überrascht. Die ellenlangen Züge befördern Eisenerz nach Karratha, wo dieses dann auf Schiffe verladen und in Hütten befördert wird. Unterwegs machten wir halt am Phyton-Pool, einem grossen Wasserteich, der unterhalb eines Wasserfalls liegt und das ganze Jahr über Wasser führt. Am Abend erreichten wir den Campingplatz und besuchten noch schnell den Milstream-Fluss. Hier nahm Iris natürlich ein Bad, während ich mich um den grossen Lacer-Monitor (Echse) kümmerte.


6026 Karijini NPAm nächsten Tag fuhren wir weiter zum Karijini-Nationalpark. Doch es dauerte eine Weile bis wir dort ankamen. Die Naturstrasse war in einem desolaten Zustand, so dass wir sehr vorsichtig fahren mussten um nicht unsere Fahrzeuge zu beschädigen. Die Bergzüge dieses Parks sind von weit her sichtbar und verleihen der Landschaft etwas Majestätisches. Der Park selber bietet einige Wanderungen zu den bezaubernden Schluchten. Diese verblüffen mit ihrer Vielfalt an Gesteins- schichten und -Formen.
Unser Weg führte über Tom-Price, Nanutarra Roadhouse zum Murianda-Campground und somit zurück an den Indischen Ozean. Dieser Campingplatz ist sehr naturbelassen und liegt direkt am Meer.


6027 Hamelin PoolDie Zeit begann uns zu drängen, mussten wir doch spätestens am 12. August in Perth sein um Alles vor unserm Flug in die Schweiz vorbereiten zu können. Dadurch reisten wir jeden Tag eine beachtliche Strecke. Der Weg führte uns über Coral-Bay, Hamelin-Pool (mit den ältesten Lebewesen der Erde den „Stromatoliten“), Dongara (Widblumenpark) auf den Campground nahe des Flughafens von Perth.


6028 Perth StorageAm 14. August stellten wir unser Auto und unseren Trailer in zwei gemieteten Garagen bei King’s Storage nahe bei Airport ein und der Geschäftsführer chauffierte uns persönlich zum Departure Terminal um rechtzeitig den Flug nach Singapur / Zürich zu erreichen.