Cape York und East Queensland

6400 Undara National ParkMit 6 neuen Reifen bestückt und alles fein säuberlich gebunkert, machten wir uns auf den Weg Richtung Osten. In der Zwischenzeit hatten wir unsere Pläne diagonal hoch nach Musgrave Roadhouse zu fahren abgeändert. Wir wollten unbedingt die Undara  Lava Tubes besuchen. Unterwegs  machten wir den obligaten Stopp um den von Iris täglich vorbereiteten Lunch einzunehmen. An unserem Rastplatz hatte es viele Riesenheuschrecken, dies sah mit den kahl gefressenen Bäumen erschreckend aus. Unterwegs in Georgtown badeten wir im öffentlichen Swimmingpool. Leider war die Ted Elliot Mineral Collection wegen Covit noch geschlossen. Wir wollen uns jedoch nicht beklagen, sooo vieles war ja bereits offen. Verglichen mit Victoria sogar fast alles. Unten in Victoria waren die Einwohnern während unserer ganzen Reise im Juli, August und September immer im Lockdown Stufe 4 gewesen,  d.h. mehr oder weniger zu Hause eingeschlossen. Während dieser Zeit waren alle Grenzen zwischen den Staaten Australiens geschlossen, was natürlich den Tourismusbereich wie auch die Wirtschaft extrem belastete.
Wir in Queensland können uns frei und ohne Masken bewegen. Es wird empfohlen jeweils den Campingplatz vorab zu buchen. Oft verändernden sich die Covit-Bestimmungen innerhalb von 24h. Beim Einten darf man die WCs und Duschen benützen, beim Nächsten nicht und der Dritte gibt einem einen Schlüssel. Dort ist  dann nur jedes 2. WC und jede 2. Dusche offen sowie eine Anordnung wie viele Personen gleichzeitig im Raum sein dürfen. D.h. trotz der Freiheit des Reisens, gibt es in jedem Dorf, Infocenter, Tankstelle, Campingplatz etc. einige Aushänge, die zu lesen und zu befolgen sind. Überall, aber wirklich überall auch wenn man nur schnell einen Capucchino holen will, muss Name, Phone, Adresse, email angegeben werden. Auf jedem Campground liegen Formulare auf,  auf denen wir die letzten 14 Übernachtungen eingetragen müssen, plus eines zum Unterschreiben, dass man a) in den letzten 14 Tagen nicht von Übersee gekommen ist, b) man in den letzten Tagen keinen Kontakt mit einem Hotspot oder infizierten Person hatte. Leider sind bereits viele kleinere Geschäfte geschlossen, wir erkennen die ersten Zeichen der Rezession.
Die Strassen sind leerer als sonst, logischerweise hat es keine Touristen. Ab und zu ein Einheimischer und sonst, Platz und Freiheit soweit das Auge reicht. Wildcampen ist praktisch überall möglich, folglich suchen wir nur ab und zu die zu bezahlenden Plätze auf. Die Preise variieren zwischen SFR. 5 und 32 was sehr günstig ist.
Nach Mount Surprise übernachteten wir quer im Bush, wie immer unter einer idyllischen Milkyway. Am nächsten Morgen war es nur ein Katzensprung  um zum Undara Expierience Campground zu fahren. Dieser war eher ein Bush camp als ein gewöhnlicher Campground. Wir nahmen an einer geführten Tour in den Undara Volcanic National Park teil, was sich sehr gelohnt hat, da diese sehr informativ war. Am Nachmittag kraxeln wir noch auf den Kalkani Crater hoch und genossen eine Rundumsicht bis an den Horizont. Dank der offenen Camp-bush-kitchen, fühlte sich sogar der intensive Platzregen gemütlich an. Ein feines Fleisch mit Gemüse auf dem Grill, ein Glas Wein. Wir redeten oft darüber wie privilegiert wir waren, dass wir mehr oder weniger bei den Ersten waren, die nach Queensland und bis hoch nach Cape York reisen durften. Dementsprechend sind wir überall praktisch allein, like in the old days.  
Das Campermate App (oder Wikicamp) kombiniert mit der Strassenkarte als auch Maps Me halfen Offline einen geeigneten Campingplatz zu finden. So übernachteten wir auf dem, von der Stadt gratis zur Verfügung gestellten, Rocky Creek Military Memorial free camp (WC, flach und sonnig).

6401 Granite Gorge NP6402 Granite Gorge NPAm nächsten Tag wechselten wir rüber in den Granit Gorge Park,  wo wir für 3 Nächte blieben. Endlich wieder einmal unbesorgt schwimmen. Die zutraulichen Wallabis beobachten. Der Park stellte Feuerschalen zur Verfügung und jeder durfte das am Boden liegende Holz im Wald sammeln. Dies empfanden wir als eine sehr clevere Idee.  Wir hatten gratis Feuerholz und der Waldbesitzer einen sauberen Waldboden was in Waldbrand gefährdeten Gebieten sehr wichtig ist. Im Park leben viele frei lebende „Haustiere“ und in der zu erforschenden Gorge sind nebst spektakulären Steinformationen auch uralte Dinosaurier Fussabdrücke zu sehen. Das sich über die verschiedenen Felsbrockengrössen durch die Schlucht bewegen ist ein Abenteuer. Der Park Granit Gorge ist sehr zu empfehlen.


In Marreba bunkerten wir als Erstes ausgiebig für die Reise nach Cape York. Dann luden wir  für 20$ das empfohlene Travelbook herunter, in dem all die Insider Informationen drin stehen, die man sich nur wünschen kann. Unter anderem  das mit sehr grosser Achtsamkeit zu handhabende Alkohol Restriction Gesetz. Schliesslich reisten wir in die Hochburg der Aborigines. Jede Comunity hat ihre eigenen Gesetze was Alkohol betrifft. Einige sind absolut, null Alkohol darf mitgeführt werden, bei Zuwiderhandlung drohen sehr hohe Bussen. Bei anderen darf man 12 Bier und 2 Flaschen Wein mitnehmen und in den vielen Nationalparks spielt es keine Rolle, dort ist alles erlaubt. Im Zweifelsfall sicher eher wie wir, die angefangene Flasche Rum diskret im Bush ausleeren.
6403 PDR Cape YorkeFür 20 $ übernachteten wir auf dem riesigen Gelände des Archer River Roadhouse. Da es weder Strom noch Netz gab, montierten wir kurz unseren Generator und genossen im Roadhouse die hausgemachten Hamburger, mit der, in Australien üblichen, eingelegten roten Beete.  Am frühen Morgen lag in der kleinen Ebene ein lieblicher Bodennebel und die uralten runden Felsbrocken auf dem Grundstück erinnerten uns daran, dass wir auf einem uralten Kontinent herumreisen. 
In Moreton Telegraphstation demontierte Martin noch mal eines der nicht 100% zentrierten Trailer Räder. Erleichtert, dass alles in Ordnung war, buchten wir unseren nächsten Übernachtungsplatz im Nationalpark Captain Billys Landing, Teil des Heathlands Resources Reserve. Durch wilde verwunschene Tracks ging die Fahrt durch ein eindrückliches Regenwaldgebiet bis hinunter ans Meer. Viele Vögel, Blumen, Wildnis, durch Flüsse, Bäche, über Hügel durch Schluchten. Sehr eindrücklich.
Wir staunten über den meist gar nicht so schlechten Strassenzustand. Je weiter nördlich desto besser.  Zwischen Bramwell Station und den Fruitbat Falls war das schlimmste Teilstück. Die sehr schlechten Strassenverhältnisse zwischen Laura und Musgrave Roadhouse können über die gut unterhaltene Lakefield National Park Strasse umfahren werden, was wir leider erst auf dem Rückweg herausfanden. Aber wir greifen vor.

6404 Fruitbats Falls
In den Fruitbat Falls sah es genau so aus, wie in einem erträumten Regenwaldparadies. Terrassenartige kleine Wasserfälle, glasklares Wasser, tropische Vögel, die so schön singen, dass einem das Herz aufgeht. Am Himmel ein paar kleine weisse Schäffchen-Wolken die zeitlos am blauen Himmel herumzogen. Paradiesisch im wahrsten Sinne des Wortes. Schwimmen und geniessen war angesagt.
Bei dem Jardine River Ferry wurde uns definit bewusst, dass wir auf  Aboriginal Land herumreisen. Die Fähre wurde von 2 Einheimischen bedient, die sich nicht scheuten kurz zu markieren, dass sie ab hier die Bosse sind. Wir erkannten zu spät, dass das Auto weiter oben angehalten werden muss. So wurden wir die paar Meter rückwärts den Hügel hoch zurück geschickt, um 1 Minute später wieder runter fahren zu dürfen. Na ja. Ein kleines Machtspielchen das wir lächelnd an uns vorbei ziehen lassen.

In Cape York angelangt, schlugen wir unser Camp am Loyalty Beach in Seisia auf und erkundeten von dort aus die nördlichste Spitze von Australien. Mit viel Fantasie (leider ist die Erde einfach keine Scheibe) sieht man die 150km rüber bis nach Pappua New Guinea. Das Meer war so schön, türkisfarben, tropisch, die buntesten Papageie flogen im dichten Regenwald als Farbtupfer von Baum zu Baum, himmlisch, jedoch bitte nicht vergessen, dass wir nicht nur im Aboriginal Land sondern auch im Land der grossen Salzwasserkrokodile sind. Dies liess sogar Iris gelassen auf das Baden verzichten. Wir hatten auf der Anreise einige heisse Quellen, schöne Süsswasserseen sowie Flüsse besucht und werden weiter südlich von Cape York noch einige Naturbäder in jeder Form vorfinden.
Berührt stehen wir am nördlichsten Zipfel von Australien. Wer hätte gedacht, dass wir nach unserem Lockdown in Victoria rüber nach Queensland fahren durften und trotz den im ganzen Land strengen Bestimmungen alles Reisen innerhalb Queensland wieder erlaubt ist. Wir sind echt privilegiert. Klar brauchte es auch ein wenig Mut während dem Lockdown nicht wie so viele, die zahlreichen Repatrierungsflüge zu benützen. Trotzdem ist es ein Geschenk, dass wir praktisch alles das wir uns in Australien ansehen wollten erleben durften.
6405 Cape Yorke The Tip6407 Flugzeugwrack Bamaga6406 Cape Yorke The TipWie bereits angedeutet fuhren wir auf der Rückreise durch den Lakefield Nationalpark. Dort waren u.a. die verschiedenen Termitenbauten ein Augenschmaus. Auch da genossen wir das Bush Leben. Die Weite, Känguruhs, Wildschweine wie auch Krokodile erinnerten uns immer wieder daran, dass wir trotz Tracks in der Wildnis unterwegs waren.

6408 Cape TribulationLeider fiel unterwegs der Besuch am Elim Beach, mit den dreifarbigen Dünen, wegen Covit geschlossen, ins Wasser. Von Cooktown fuhren wir über die Küsten Schotterstrasse entlang durch den Regenwald nach Cape Tribulation im Daintree Nationalpark. Offiziell ist die Strecke für Campervan und Camper Trailer wegen den bis zu 31% Steigung/Gefällen verboten. Dank Rosmarie und Heinz, die bereits am Cape Tribulation auf uns warteten, wagten wir uns ins Abenteuer. Rückblickend war es mit unserem gut ausgerüsteten 4x4 Toyota Prado kein Problem. Der dichte Regenwald in einem Auto zu durchqueren ist extrem eindrücklich, natürlich  fehlte auch das obligate Regenwaldbad nicht. Das Durchqueren der Bäche war kein Problem, um diese Jahreszeit ist der Wasserstand überall moderat. Abgesehen davon fühlten wir uns in der Zwischenzeit eh wie alte Hasen.

6409 Etty BayAm Cape Tribulation gab es ein herzliches Wiedersehen.  Hinter dem Camp wiegten sich die grossen Cassowary durch die ans Meer grenzenden Regenwälder und wir mitten drin. Eine unvergessliche und einmalige Gegend.
Die Reise ging weiter über Cairns, dort trafen wir Bill von Out of the bag (Seglerfreund von Guatemala). Nach einem ausgiebigen Schwatz fuhren wir weiter an die Etty Bay. Was den Beach betrifft ist die Etty Bay eine sehr schön gelegene Bucht, der Campground an sich ist viel zu eng. Auch dort stolzierten die riesigen Cassowary überall herum. Schräg, Riesenvögel die nicht fliegen können. In Townsville wurden wir von Gene, Bills Frau, aufs herzlichste willkommen geheissen. Wir hatten in Guatemala wie auch in Mt. Taylor viel von Gene gehört, aber sie leider noch nie persönlich kennen gelernt.
Nach einem wunderschönen Abend mit Gene, fuhren wir am nächsten Tag an die Horseshoe Bay wo definitiv baden ohne Salzwasserkrokodile angesagt war. Angenehm sauberes und warmes Wasser, wie auch einige farbige Korallentupfer vervollständigten die Ferienstimmung. In der Zwischenzeit sind auch die Grey Nomades hier oben angelangt, frühzeitiges Buchen ist wieder angesagt.

6410 Fraser Island6412 Fraser Island6411 Fraser IslandUm das ganze Cape York Erlebnis noch zu toppen, liessen wir unseren Camper Trailer auf dem Festland und buchten die Fähre nach Fraser Island. Macht das Wort paradiesisch, paradiesischer am Paradiesischten für alle die unsere Webseite lesen Sinn? Rundum Australien, egal ob Queensland, New South Wales, South Australia, Northern Territories, West Australia, Tasmanien, Kangoroo Island wie auch Fraser Island, immer wieder staunten wir ab der einzigartigen Landschaftsvielfalt die Australien zu bieten hat. Man denk immer wieder schöner kann es nicht mehr werden und doch geschieht dies immer wieder. Jeder Staat in sich ist einzigartig. So auch auf Fraser Island. Tracks die jedes 4x4 Herz höher schlagen lassen, Regenwasserseen, die in einmaligen Türkisfarben schimmern, Regenwald, Wanderdünen, Vogelkonzerte, Dingos und vieles mehr. Ein einmaliges Erlebnis, wie auch stimmig um uns langsam von Australien zu verabschieden.
6413 Nadine GavinNun sind wir zurück an der Gold Coast bei unseren Freunden Nadine und Gavin. In den letzten Wochen haben wir unseren Camper Trailer wie auch den Toyota Prado erfolgreich verkauft, sind am Packen und fliegen in den nächsten Tagen in die Schweiz. Was uns die Zukunft bringen wird wissen wir nicht. Grundsätzlich sind wir sehr dankbar für das, was wir in den letzten 7 Jahren erleben durften. Dankbar auch, dass wir immer im richtigen Moment am richtigen Ort waren,  wie auch dass wir viele unserer Reiseträume bis und mit Australien sei es mit Schiff oder auf dem Landweg verwirklichen konnten.
Nicht dass uns die Reiseträume ausgegangen wären, oh nein! So nach dem Motto aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Jetzt ist einfach wieder mal an der Zeit, die Familie, Freunde und Heimat zu besuchen. Covit hin oder her, wir möchten einfach wieder mal heim.
Die Webseite planen wir weiter zu führen….In diesem Sinne, bis ein baldiges Andermal. Bleibt gesund und bis bald.

Letzte Mount Taylor Eindrücke und Weiterreise nach Norden

6300 Mt Taylor Kälber6302 Mt Taylor lockdown6301 Mt Taylor lockdownLangsam wurden die Reisebestimmungen in Australien vereinfacht. Der Winter schriet voran. Die Grenze nach NSW war ohne Reiseeinschränkungen offen. Wann die QLD Grenze geöffnet werden wird, stand Mitte Juni noch in den Sternen,  nichts desto trotz, wollten wir hinauf in den Norden an die Wärme, weiterreisen und den noch ausstehenden letzten Teil unserer geplanten Australienreise geniessen.
Die letzten Tage auf der Farm genossen wir doppelt. Martin und Ken reparierten begeistert am alten Traktor herum. Das Wassertrog Projekt mit funktionierenden Solarpanel und Wasserpumpe wollte erfolgreich abgeschlossen werden. Während dieser Zeit verabschiedete sich Iris von ihren Velogspändli, den Wanderfrauen, wie auch noch ein letztes Mal Brunchen mit Belly und Lyn. Die 2 Monate auf der Farm waren ein Geschenk. Die letzten Tage waren geselliges Beisammensein mit Wendy, Rick, Lyn und natürlich sehr ausgiebig mit Belly und Ken. Die 2 Monate Zusammenleben waren friedlich, lustig,  abwechslungsreich und „a real home, far away from home“. Das  alternierende Kochmodell ist jeder Wohngemeinschaft sehr zu empfehlen. Gemäss Bellindas Wunsch gehörte Kochen sowie Küche aufräumen zum Service. So hatte jede Partei jeden 2. Tag frei, was sich bestens bewährte.
6304 Mt Taylor lockdown6306 Mt Taylor lockdown6305 Taylor lockdown

Am 10. Juni reisten wir relativ früh morgens los, da wir nach wie vor noch ein wenig den Bammel im Nacken verspürten, ob die Grenze nach NSW auch wirklich für uns offen sei.  Schliesslich besassen wir  QLD Autoschilder, sprich, gefühlte fremde Vögel. Im Nachhinein erwiesen sich die Sorgen jedoch als unnötig.
Wir reisten über Canberra, genossen eine kleine Stadtrundfahrt mit unseren um die halbe Welt mitgereisten Brompten Fahrrädern. Von da reisten wir weiter bis ins Mosse Vale. Nach wie vor mieden wir die Gesellschaft anderer wie auch die Berührung von Türklinken. Bevor wir ins Auto sassen, werden jedes Mal die Hände desinfiziert.


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In New Castle wurden wir für 5 Tage aufs herzlichste von Kathrine und Gavin willkommen geheissen. Wir werden bekocht und verwöhnt wie in einem 5 Stern Hotel.  Wir lernten die Beiden auf  Las Perlas kennen, als sie mit Jeannet und David als Crew unterwegs waren. Mit ihnen erkundigten wir die Gegend, wieder mit unseren Fahrrädern, was immer wieder eine Wohltat ist nach so vielem Sitzen. Trotz der wunderschönen Zeit mit den Beiden wollten wir weiterreisen. Im Jimmis Beach CG buchten wir 2 Nächte, um den 62. Geburtstag von Iris zu feiern. Zur Feier des Tages besuchten uns Kathrin und Gavin, mit denen wir auswärts ein nepalesisches Geburtstags-Festmahl genossen. Die Beiden läuteten mit uns ihre Ferien ein und reisten dann weiter ins Landesinnere an den Darlingriver.


6312 Coffs Harbour6311 Coffs Harbour6313 Coffs HarbourBei uns standen noch einige Besuche an.  Als nächstes besuchten wir die 5 köpfige  Allenbach Oppliger Familie mit Kathrin, Mänu, Danai, Livia und Roschelle. Auch dort wurden wir mit grosser Herzlichkeit willkommen geheissen. Nach 5 wunderschönen Tagen mit Spielen, Fahrradfahren, Erfahrungen austauschen und Mänus Holzbadewannen bestaunen, fiel es uns sehr schwer weiterzureisen.


6314 Rosmarie HeinzKaum hinter der nächsten Hausecke, wurden wir schon wieder von Schweizern aufs herzlichste willkommen geheissen. Rosmarie und Heinz lernten wir auf der Fähre von Tasmanien kennen. Wir durften direkt auf dem Rasen  vor ihrem Haus mit Blick aufs Meer campieren. Spaziergänge an der Beach, viel Gedankenaustausch wie auch Werkbesichtigung von Activcamper waren nur einige Highlights dieser Tage. Schön war, dass Martin mit der Installation von TV, Lautsprecher  und Computer helfen konnte,  eine stimmige Möglichkeit den jeweiligen Gastgebern etwas zu schenken. Wir hoffen sie wiederzusehen, wenn sie später mit ihrem neu gebauten Camper gegen Norden unterwegs sein werden.
Nun wollten wir es wissen, per Internet beantragten wir einen Borderpass für Residenz QLD, so quasi wir wollten jetzt endlich heim nach Runaway Bay…unglaublich aber wahr, es klappte!!!! Am 25. Juni 2020 fuhren wir endlich über die immer noch schwer verriegelte Grenze,

 

heim nach QLD. 6306 Nadine GavinAufs herzlichste wurden wir am nächsten Tag von Nadine und Gavin willkommen geheissen. Alles Anstehende klappte wie am Schnürchen. In der Toyotagarage kriegten wir bereits am Montag einen Termin für den fälligen Service.  Am Dienstag war Modcom fällig um die Garantiearbeiten an unserem Trailer zu erledigen. Leider mussten wir uns schon wieder verabschieden, auch bei Nadine und Gavin fühlten wir uns wie zu Hause. Schön ist, dass wir uns sicher bevor wir in die Schweiz reisen wiedersehen werden. Langsam wurde dieses Dauerverabschieden anstrengend, aber eben wir wollten noch in die Outbacks, gegen Norden, in die Pampa, endlich Milkyway, Campfire und Weit und Breit nichts. Auf dem Weg nach Norden mussten wir noch bei unserem Kühlschrank Hersteller nördlich von Brisbane vorbei, da das Gefrierfach nicht richtig runterkühlte. Auch dort, wir kamen und 3 Std. später fuhren wir mit einem neuen Teil weiter. Perfekt und erst noch auf Garantie. Wir waren sehr dankbar, denn in den Wüstengegenden ist es angenehm, wenn alles funktioniert, zumal es dort auch nicht allzu viele Reparaturmöglichkeiten gibt.


Ueber Woodford reisten wir mit Zwischencamp in Wallumbilla Showground weiter nach Charlesville, wo wir den Vollmond fast in uns hineinsaugten, Idylle pur.
In Quilpie waren wir endlich zurück im Wüstenklima. In der Nacht sehr kalt und dafür tagsüber moderate 20-25C, herrlich. Der Campground besass heisse Spa-Becken, die von natürlichen Quellen gespeist werden. Tagsüber besuchten wir das Dinosaurier Museum in Eromanga.
6319 Campingplatz6320CampfireDann waren endlich Nächte im Busch angesagt, Sternenhimmel und Campfire bis wir in dem, bereits vor einem Jahr angepeilten, Birdsville ankamen. Damals konnten wir wegen den riesigen Überflutungen nicht hinfahren.

 

 

 

 

Bevor wir im bekannten Birdsville Pub und Hotel ein feines Abendessen genossen, besuchten wir die roten Sanddünen der angrenzenden Simpson Desert, wie auch die sehr raren  Waddi trees mit wirklich steinhartem Holz.  

6321 Big Red6322 Waddi Tree6323 Birdsville PubAm 10.7. ging endlich der QLD Border für fast alle auf.  Dafür wurde Victoria leider wegen der 2. Welle von Covit voll abgeriegelt. Gut, dass wir vor einem Monat dort weg gingen, es scheint wie so oft auf unserer Reise, dass wir praktisch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, dafürkönnen wir nicht genug dankbar sein.
Auf der Durchreise machen wir kurz in Bedourie Halt und genossen die heissen Quellen und den Swimmingpool. Frisch geduscht ging es wieder weiter in den Busch auf der Suche nach einem schönen Nachtlager.  Milkyway Romantik, ein feines Znacht, Zweisamkeit in der Einsamkeit, im wahrsten Sinne des Wortes himmlisch.
Am 12.Juli, also einen Monat und 4600km nachdem wir Bellinda und Ken verlassen hatten, erreichten wir Mount Isa. Hier wollten wir Auto und Trailer, nach so vielen Dirtroads, wieder warten, sodass wir sicher nach Norden in die wirkliche Abgeschiedenheit weiterreisen konnten. Martin entschied sich noch für neue Reifen mit gutem Profil zu kaufen. Die Nächte waren in der Zwischenzeit wärmer geworden. Oft  zwischen 8-11C und tagsüber zwischen 21-26 C  in sehr trockenem Klima.
6324 Viehtrieb6325 Gregory River4Am Gregory River schlugen wir für 3 Tage unser Camp auf, ein Lagerfeuer brannte Tag und Nacht. Von dort aus durchquerten wir 3 Flussläufe um den Lawn Hill Creek, wie auch Adels Grove zu erreichen. In tropisch überwachsenen Wäldern bei den Indarri Falls lunchten wir und lauschten beeindruckt dem vielfältigen Vogelgezwitscher. Währendem Martin die Fische fütterte,  genoss Iris das Schwimmen bis zu den Wasserfällen mit jeder Zelle. Trotz der Idylle, genossen wir es sehr am Abend wieder zu unserem einsamen Nachtlager heimzukehren.
Das nächste Nachtlager war bei den Leichhardt River Falls. Ab hier waren wir nun im Salzwasser-Krokodil Land und gegen Cape York ist ein Schwimmen im kühlen Nass nicht mehr zu empfehlen.

6326 Sundown Karumba1Wir blieben für 3 Nächte in Karumba Point, machten uns schlau über die Strassen Zustände wie auch, wo dass es spezielle Bewilligungen benötigen wird betreffend Covit und wo in welchen Gegenden striktes Alkoholverbot herrscht. Die Busse beträgt bis zu 40 000 $. Wir bunkerten Lebensmittel, Diesel, Benzin für den Generator, füllten beide Wassertanks auf, genossen das Baramundi und Meeresfrüchte Paradies am Gulf mit einem feinen Abendessen bei Sonnenuntergang. Trotzdem Luxus waren wir froh morgen wieder in die Wildnis weiterzureisen, Campingplätze mögen ja praktisch sein, aber sind uns zu eng.

Melbourne bis Mt Taylor Lockdown

6201 Phillip IslandLange voraus buchten wir auf dem Big 4 Holiday Park in Melbourne ein paar Tage, so dass wir in Ruhe unseren Prado in den Service geben, ein bisschen Kultur geniessen, mit einigen Bekannten gemütlich zusammen zu sitzen und Geschichten austauschen konnten.  Als Erstes trafen wir James Younis den wir das letzte Mal in den Tuamotus gesehen hatten. Frühstückten mit Bradley  und am Sonntag machten wir einen Ausflug mit seinen Eltern Debby und Martin an die Harbour Ausstellung.
Natürlich waren wir auch gespannt auf Philipp Island.  An der Geschichte der Insel erinnerte uns das Abschlachten der Seehunde im frühen 18. Jahrhundert.  Auf Seal Rock Island lebten damals ca. 20‘000 Seehunde. Leider waren die Pelze dermassen gefragt, dass sie bis auf  100 Exemplare abgeschlachtet wurden. Heute sind sie,  wie so viele Tiere geschützt und die Population hat sich in der Zwischenzeit erholt. Unsere Gemüter erhellten sich sofort, als wir die ersten Pinguine (die kleinsten der Welt) auf Philipp Island sichteten. In der Zwischenzeit wurden die ersten Auswirkungen der Pandemie bereits sichtbar. Wir profitierten vom Fernbleiben des chinesischen Massentourismus. Am Abend, während der Dämmerung, watschelten die süssen kleinen Pinguine, die den ganzen Tag draussen im Meer auf Nahrungssuche waren müde aus der Dünung heraus. Sobald eine kleine Gruppe beisammen war, getrauten sie sich gemeinsam  den Strand zu überqueren um in ihre sicheren Behausungen zu den Jungen heim zu kehren.

6202 Wilsons NPEinmal mehr nahte ein verlängertes Wochenende. Das heisst hier in Australien gehen alle die irgendwie können campen. Outdoor life ist angesagt. Wir fanden einen schönen freien gratis Campingplatz am Franklin River, die offiziellen waren alle seit Wochen ausgebucht. Von dort aus genossen wir diverse Ausflüge in den Wilsons Promontory NP.

 

6203 Tarra Bulga NPWeiter ging die Reise in den Tarra NP, wo wir einen märchenhaft anmutenden kalten Regenwald durchwanderten.  

 

6205 Mt TaylorDann wurden wir aufs herzlichste von unseren Segelfreunden Belinda und Ken in Mt. Taylor  in Empfang genommen. Damals wussten wir noch nicht, dass wir hier noch Wochen verbringen würden. Was wir aber bereits wussten, dass wenn die Pandemie fortschreiten würde, wir hier aufs herzlichste Willkommen wären. Good to know. Wir staunten über das riesige Ausmass der vergangenen Brände hier in Victoria. Auch bei Belly und Ken brannten die Wälder bis auf 4km an ihr Anwesen heran. Ueber Tage waren sie in Alarmbereitschaft, sie hatten Glück.
Bei unserem ersten Besuch, war der grosse geheizte öffentliche Pool in Bairnsdale noch offen.  Iris genoss es früh morgens mit Belinda runter zu fahren, um ein paar hundert Meter im warmen  Wasser zu schwimmen und mit Anderen  im Whirlpool noch  die lokalen Neuigkeiten auszutauschen.
6206 Depot BeachLangsam drängte uns die Zeit. Die Nachrichten betreffend Pandemie wurden täglich extremer, wir befürchteten nicht mehr nach Queensland rein zu kommen. Grundsätzlich waren wir erleichtert, dass unsere Liebsten gesund waren und noch zur Arbeit durften.

Unterwegs genossen wir beim vorbei brausen das Killerwale Museum in Eden. Dies war wohl für eine längere Zeit eine unserer letzten „normalen“ Touristen Aktivitäten.

An der Grenze von Queensland  schlugen wir in einem wunderschönen Camp mit Wasserloch und farbigen Papageien bei moderaten 28C das Lager auf. Dort verbrachten wir 2 Tage,  da der Plan nach wie vor war, nach Brisbane zu fahren um dort unseren Trailer warten zu lassen. Da hörten wir in den täglichen News, dass a) die Staaten innerhalb Australien die Grenzen bereits am Schliessen waren, plus ev. ein sogenannter Travelban (Reiseverbot) im ganzen Land verhängt würde. Nun drängte sich die Entscheidung auf, entweder schnell hoch nach Brisbane, mit dem Risiko dort stecken zu bleiben oder rassig wieder runter in den Süden, sprich gen Winter fahren, um in Victoria auf der Farm Unterschlupf zu finden. Die Entscheidung war nicht einfach, waren wir doch erst 1500km rauf gen Norden gefahren, nun wieder 1500km gen Süden runter, plus das angenehm warme Klima gegen ein eher kaltes auszutauschen. Die Vernunft siegte, für dies hat man sie ja schliesslich auch! Da es in Brisbane viel zu viele Menschen hatte und hier unten in Victoria die Farm auf 1km x  2km also 200ha lag. „Ab vom Schuss“ sprich ländlich und grosszügiger weise das Angebot von Bely und Ken das Anwesen mit uns zu teilen, egal wie lange der Lockdown auch dauern möge.

Hier in Australien  ist es im europäischen Sommer Winter und im europäischen Winter Sommer. Im nördlichen Teil ist es heiss und trocken, hier unten in Victoria beginnt der Herbst resp. der Winter steht vor der Türe. Wenn es dann hier unten wieder heiss wird, steigt beginnt die Regenzeit im Norden mit Wirbelstürmen und Überschwemmungen.

Australien ist ein sehr abwechslungsreiches und extremes Land. Seien es die Wüsten, Küsten, Wasserfälle, Seen, Wälder, Pflanzen, Blumen und Tiere. Das meiste erleben wir hier in XXL Form, gigantisch, gross, schön, z. Teil gefährlich, aber definitiv einzigartig sowie beeindruckend.

6207 OmeoDie Reise in den Süden unterbrachen wir ca. 120km nördlich von Belinda und Ken in einem kleinen 750m ü.M. gelegenen „Bergdorf" genannt Omeo. Der Grund des Zwischenhaltes war die Selbstisolation der aus Uebersee heimgekehrten 30 jährigen Tochter Jean von Bely und Ken. Diese 2 Wochen verbrachte sie auf der Farm bevor sie Ihre Arbeit in Alice Spring als Aerztin wieder aufnehmen konnte.  Dazu kam, dass wir, wenn allenfalls ein Travelban verhängt würde, nur noch ein paar Kilometer von unserem Farm-Home entfernt wären.
Auch in Omeo hatten wir wieder extremes Glück. Wir staunten, alles lief so reibungslos ab, als ob das Ganze für uns organisiert gewesen wäre. Wir waren die letzten Reisenden die auf dem Campground aufgenommen wurden. Sogar ein kleines Cabinhäuschen mit einer Heizung, kl. Küche, Schlafzimmer und vor allem einer eigenen Dusche mit WC stand frisch geputzt für uns bereit.  Dies war in der Zwischenzeit von uns ein grosses Bedürfnis, wir wollten nicht mehr mit Anderen Dusche und WC teilen, plus wurde ein geheizter Raum zum Sein notwendig. Die letzten Tage campten wir wild, so dass wir jeden Kontakt mit Fremden vermeiden konnten.
Im Omeo Dorf wurden wir herzlich aufgenommen. Der Campground lag in einem lauschigen Tal mit  alten Bäumen und einem plätschernden Bach. In der Umgebung gab es zahlreiche weite Hochtäler, wie auch still gelegte Goldminen,  die wir auf unseren täglichen 1-2h Spaziergängen gerne erforschten. Hier verbrachten wir gemütliche 2 Wochen. Es war auch sehr gemütlich wieder einmal allein zusammen in einem Häuschen zu wohnen.

6210 Mt TaylorDann änderten die Australier einmal mehr über Nacht die Bestimmungen. D.h. für uns war es innerhalb von einigen Stunden verboten mit unserem Campertrailer rumzureisen. Polizeikontrollen wurden gesetzt, da befürchtet wurde, die Melbourner (in der Zwischenzeit, die eher gemiedenen Städter und nicht mehr willkommenen Gästen in ländlichen Gegenden) kämen über Ostern rauf in die "Berge". Wir hatten ein paar Stunde Zeit zum Entscheiden,  ob wir nun runter nach Mt. Taylor fahren oder noch 2 bis vielleicht mehreren Wochen in Omeo bleiben wollten. Mit dem Wissen dass der Lockdown Monate dauern könnte, war das Risiko auf 750 m stecken zu bleiben zu gross. Zumal Omeo auch ab und zu im Winter Schnee erhält.  So packten wir zack zack und blochten gegen Abend über einsame Waldstrassen auf den sogenannten  Dirtroads runter zu unserem neuen Zuhause, wo wir immer noch leben. Hier hat es sehr viel Platz, genügend innen wie aussen Raum was das Zusammenleben als Gemeinschaft sehr vereinfacht.  Nichts desto trotz, ist es extrem grosszügig von den Beiden uns so bedingungslos und grosszügig  bis auf weiteres aufzunehmen.

6209 Mt TaylorUnser Leben ist eigentlich nicht gross anders als vorher. Der einzige Unterschied,  wir können nicht mehr mit dem Trailer rum Blochen. Wir geniessen es wieder einmal sesshaft zu sein, einen Tisch zum Schreiben, genügend Farmer- und Gartenarbeit zum Vertörlen,  täglich in irgendeiner Form Bewegung, sei es auf dem 1km x 2km grossen Grundstück oder mit dem Fahrrad unten in der Ebene, entlang von Flüssen, Naturschutzgebieten und Meerbuchten. Iris hat genügend Zeit für Yoga und Meditation und Martin bringt sein vielseitiges Wissen auf der Farm ein.
Manchmal gilt es die Kälber zu impfen, Zäune zu flicken, Wasserleitungen zu legen, einen Solarpanel installieren oder im Garten zu jäten. Wenn es kalt und regnerisch ist draussen (eher selten) dann spielen wir Karten oder jedes geht seinem eigenen Hobby nach.

6208 Mt TaylorLangsam lockern die Bestimmungen, aber eben nur langsam. Viel langsamer als in der Schweiz. Der ursprüngliche Plan war und ist  bis jetzt,  im Sommer den Trailer mit Auto hier zu verkaufen und in der Schweiz ein Zuhause zu finden. Dann aber im Winter  je nach Umständen weiter zu reisen. Ev. mit einem kleinen Bus, 4x4….mal schauen. Der alte Plan war ab November für 4 Monate nach Madagaskar zu fliegen, ob dies aber noch Möglich ist steht in den Sternen.  Wir leben von Tag zu Tag, natürlich in der Hoffnung, dass sich diese verrückte Zeit wieder normalisiert und die Menschen auf der ganzen Erde wieder aufatmen können.