Gold Coast bis Alice Springs

28. Mai 2019 Let’s hit the road to Down Under

Endlich war alles sortiert. Seit einigen Monaten, d.h. bereits im Pazifik verschenkten wir dies und das in der Annahme, dass wir Kalea verkaufen würden. Einen Teil verschifften wir zurück in die Schweiz und den letzten 3. Teil richteten wir gemütlich in unserem neuen Zuhause ein, das wir nach wie vor versuchen Kalea, respektive Kalea 2 zu nennen. Natürlich liessen uns die neuen Platzverhältnisse, von einer Wohnung, auf ein Schiff und nun schlussendlich in einen Campertrailer erfinderisch werden.
In der Nähe von Brisbane stellten wir, um mal alles noch so richtig in Garantiereichweite durchzutesten, den Modcon C3 Hybrid  auf. Dafür eignete sich, der in der Nähe von Brisbane gelegene Jacobs Well Caravan Park bestens. Leider erkrankte Iris am nächsten Tag an Gürtelrose. Diese brach zum Glück nicht allzu schlimm aus. Glücklicherweise gab es auf der anderen Strassenseite einen Doktor. Antiviral Tabletten wie auch Antihistamin mussten sofort geschluckt werden um das Ausbreiten im Gesicht zu stoppen. Dank Nadine und Gavin gab es genügend Aloe Vera Pflanzennachschub für die Haut. Trotz den durch die Kälte wie auch die Krankheit ein wenig erschwerten Umständen, genossen wir alle das Abschiedsessen mit Jeanet und David von Geniet Lew sowie Nadine und Gavin.
Im Dorf bunkerten wir vielen frischen Fisch, der lokale Markt versorgte uns mit frischem Gemüse und Früchten. Martin kaufte einen Heissluftstrahler und einen Wasserkocher. Beides hilft natürlich nur, wenn wir am Strom angeschlossen sind. Den Strom werden wir jedoch die nächsten Winterwochen quer durch Australien Richtung Norden täglich versuchen anzupeilen. Sind doch die Temperaturen in der Nacht bis unter 0°C, sowie tagsüber zwischen 10-20°C. Dies ist nach den angenehmen südpazifischen Temperaturen eher ein brutales Umgewöhnen.
Endlich kommt am 5. Juni 2019 der Tag X. Wie schon auf dem Schiff sind wir ein gutes Team. Dank Martins unermüdlichem Optimieren, Durchschauen, Erproben und sich in die neue 4x4 Outdoor Materie Ein zu denken, verläuft der technische Übergang wie am Schnürchen. Iris schaut mit Argusaugen, dass es am planbaren physischen und psychischen Wohlergehen an nichts mangelt.
Über die Great Dividing Range Toowoomba fuhren wir nach Gondiwini (Ruheplatz der Vögel)
Gemeinsam mit Australiern schauten wir auf dem Gondiwindi Holiday Park Football QLD gegen NSW, QLD gewinnt. Der Pool ist 36°C, eine schöne Feuerstelle, alles ist praktisch und sauber.  
Über Moree  geht’s weiter nach Lightning Ridge dort besichtigen wir am nächsten Tag eine Opal Mine. Iris hüpfte natürlich liebend gerne gegen Abend auf dem Heimweg  in den 40°C warmen Public Pool.
Über Walgett (langes Wasserloch) fuhren wir weiter nach Bourke. Hier waren früher grosse afghanische und pakistanische Sippen angesiedelt um die Kamelherden, die als Transportmittel dienten, zu betreuen. Gemäss Einheimischen gibt’s noch heute in den grossen Wüsten im Landesinneren riesige, wild lebende, gesunde Kamelherden, die auch eingefangen und wieder ins Ausland verkauft werden. So schliesst sich zumindest der Kamelkauf und Verkaufskreis. Langsam pendelt sich das Bigele und Büschele ein. Für diejenigen die Bärndütsch nicht verstehen, heisst dies stapeln und ordnen.
Von Bourke über Cobar fuhren wir weiter nach Wilcania. Unterwegs sahen wir einen Igel, sowie leider des Öfteren einen Känguru Kadaver oder ein abgenagtes Skelett. Die Weite beginnt. Rote Erde mit noch relativ grünen Abschnitten.
In Wilcania bezahlten wir nur 25$ für den schlichter Campground. Immerhin hatte es Strom, was in der Zwischenzeit notwendig wurde. Der Nachbar machte abends ein schönes Feuer, stehend und palavernd schauten wir den farbigen Papageien zu  und  wie der Tag langsam aber stetig in die Nacht überging.
Bevor wir losfuhren füllten wir unseren Dieseltank voll. Dies ist eine der verschiedenen Vorsichtsmassnahmen, die sich in den Outbacks bewähren. Dann ging es dem Darling River entlang weiter Richtung Mungo National Park.  Trotzdem es der erste Campground ohne Strom war, hatte sich die eisige Kälte in der Nacht in Kauf zu nehmen mehr als gelohnt. Zumal es in dem nahe gelegenen Infocenter heisse Duschen gab. Am nächsten Morgen waren die Sonnenstrahlen doppelt so warm, rundum grasten friedlich Graukopfkängurus.

Die Willandra lakes region world heritage area mit dem Wissen um die 50 000 Jahre alten Funde der  Mungo Lady und des Mungo Man zu besuchen,  waren echt beeindruckend. Nach Afrika sind dies die ältesten gefundenen menschlichen Überreste. Wir durchquerten auf Sandpisten eine eindrückliche weite ausgetrocknete Seenlandschlaft. Ein strahlend tiefblauer Himmel überdachte diese eindrückliche fast magische Gegend.
Am 11.6. um 15 Uhr mussten wir leider gegen  Mildura weiter fahren,  am nächsten Tag waren starke Regenfälle gemeldet. Dann ist es bei Gesetz verboten die Sandpistenstrasse gegen Süden zu befahren, respektive sie wird sogar gesperrt. Auf dem All Seasons Mildura Holiday Park kochten wir kurz feinen Meerfisch und dann sofort ab ins Körbchen, Games of Thrones schauen. Ein ideales Winterabendprogramm. Da für den nächsten Tag Regen angesagt war, verstauten wir  Alles bereits im Voraus.
Dann aufwachen, anziehen, Stühle und Tischchen zusammenklappen, Treppe rein, Beine des Trailers hoch,  Duschkabine reingeklappt, Auto an Anhänger anschliessen und weg waren wir. Das Ganze läuft wie geschmiert.  Wir könnten bereits als eingefleischtes Camperpaar durchgehen. Anschliessend leisteten wir uns den Luxus auswärts in einem geheizten und trockenen Café zu frühstücken. Dann wie immer tanken und hopp auf die Highway und auf die Tracks.
Unterwegs nach Broken Hill überquerte ein Fuchs die Strasse. Eigenartig dies bei hellstem Tageslicht! In Broken Hill besuchten wir die Royal Flying Doctors Base und staunten nicht schlecht wie gut dieses nur 48% vom Staat finanzierte, landesweite Unternehmen funktioniert. Sehr professionell. Von Broken Hill gings weiter über Silverton und dem Mundi Mundi Loockout, mit Blick auf die Weite der  Strzelecki Desert nach Peterborough. Dort ergab sich im Verlauf der australischen Geschichte, dass alle 3 versch. Eisenbahn Geleisbreiten zusammen kamen. Ein gemütlicher Spaziergang durch den Park und das doch schon recht provinzielle Dörfchen hinterlassen einen recht dünnbesiedelten Eindruck. Der Camping Platz Besitzer legte uns ans Herz, unbedingt beide 100lt Wassertanks zu füllen. Ab jetzt gäbe es nur noch entweder salzhaltiges oder dann abgestandenes Regenwasser.
In Hawker war der erste so richtige Outback Campground. Die 4x4 Variationen der Fahrzeuge werden immer abenteuerlicher. Zum Glück hatten wir am 16. Juni Internetverbindung, so konnten wir Lionel Zweistimmig zu seinem 30. Geburtstag singen.
Am nächsten Tag fuhren wir durch die Flinders Ranges nach Blinman. Zur Feier des Tages, diesmal gab es den Geburtstag von Iris zu feiern, kehrten wir im 150 Jahre alten Hotel Blinman ein. Dort gab es genau ein Menü und zwar Roasted Pork, Kartoffelstock und frisches Gemüse. Herrlich und dies erst noch vor einem brennenden Feuer. Heather und Dean leisteten uns zufällig Gesellschaft. Dies ist der Vorteil, wenn man an einen grossen Tisch sitzt, quasi Stammtisch Gewohnheiten.
Von Blinman ging es weiter nach Morree. Früh am nächsten Morgen los, die Gegenden werden immer einsamer und abgelegener. Zum Glück, so hatten wir genügend Zeit unsern ersten Plattfuss zu wechseln. Der Pneu war leider nicht mehr flickbar. Er war von einer scharfen Steinkante durchgeschnitten.
Am 19.6. kamen wir nach einer langen Dirtroad Fahrt  im Williams Creek Camp an. Eine richtige Outback Wüstenatmosphäre mit eindrücklichen Gestalten. Zum Diesel tanken mussten wir Schlange stehen und anstatt 1.6$ kostete der Liter 1.9$. Niemand motzte, jeder war froh, dass es überhaupt Diesel gab. Auch konnten wir hier einen neuen Pneu kaufen, was natürlich, mit dem langen Track in Aussicht, eine Erleichterung war.  Von hier aus  geht es definitiv ins Wüstenland und auf den Oodnadatta Track gegen Norden. Zum Glück hatten wir genügend gutes Wasser gebunkert, bis Alice  Spring gibt’s keines mehr.
Ja, und dann ist es endlich so weit. Wir fliegen jipiiiii über die Wüste und den Lake Eyre. Dies ist eigentlich eine ausgetrocknete Wüstengegend, die nur alle 10-15 Jahre von Norden her, nach einem starken Wirbelsturmregen aufgefüllt wird. Interessanterweise kommen zu diesem Zeitpunkt tausende von Pelikanen von der Küste hierher zum Brüten. Bis jetzt wurde nicht herausgefunden, wie sie dies wissen können. Diese Pelikan Gattung brütet nur dann und nur dort. Auch beginnt die Wüste nach jahrelangem staubigen Nichts, plötzlich mit Pflanzen grün zu werden und kleine Fische tummeln sich im doch eher seichten Wasser. In Marree gibt es sogar einen Segelclub, ob wir wohl doch wieder ein Schiff kaufen wollen?
Eigentlich war der Gedanke so schnell mobile zu werden, ausgelöst worden durch das Wissen über Lake Eyre. Wir wollten diese einmalige Gelegenheit eine so eindrückliche Gegend zu erleben am Schopf packen. Noch schöner war, dass wir um den Geburtstag von Iris so richtig zu feiern, eine Stunde über die Wüste  und eine Stunde über den Lake Eyre North fliegen konnten. Es war wunder, wunderschön.
Am nächsten Tag fuhren wir gut ausgerüstet früh morgens auf dem Oodnadatta Track Richtung Oodnadatta. Dieser ist eigentlich die alte Handelsroute gegen Norden der indigenen Stämme. Später mit den Weissen kamen dann auch die Kamele als Transporttiere, bis sie von der Eisenbahn abgelöst wurden.
 Am 21.6. Dalhousie Springs erwartete uns eine wunderbare Überraschung. Im nahe gelegenen Teich war das saubere Wasser 37 C, d.h. nach der doch sehr staubigen Fahrt war es mehr als eine Wohltat einfach im heissen See rumzuschwimmen. Rundum auf den Bäumen sassen zahlreiche weisse Kakadu. Diesmal kam sogar Martin mit zum Schwimmen. Es war ein paradiesisches Gefühl.
Einmal mehr wurden wir auf unseren Hybriden-Campertrailer angesprochen. Bisschen wie früher mit unserer Outremer 49. Wir scheinen immer ein wenig den Trend zu schnappen. In der Zwischenzeit haben wir eine Liste der Kaufinteressenten  erstellt.  Am Abend gab es frische selbstgemachte Pizza und wohlig kuschelten wir uns ins warme Bett. Draussen fiel die Temperatur stetig bis auf 0 Grad. Wir standen natürlich erst auf, als die ersten Sonnenstrahlen über die Steppe blinzeln. Wie auf dem Schiff, schlafen wir auch jetzt meist zwischen 11-12 Stunden. Unterwegs sehen wir  Dattelpalmen von den Kamelkaravanen.  Von Dalhousie nach Mount Dare- über Finke und da wir spät dran sind übernachten wir  auf dem Weg nach Chambers Pillar. Die Strasse wurde unterwegs kurz über 30° Winkel steil. Wir entschieden uns noch mit dem letzten Abendlicht zu kochen, und die wunderbare Felslandschaft des Chamber Pillar am nächsten Morgen gemütlich nur mit dem Auto zu besuchen, was eine sehr weise Entscheidung war.
Zum Glück war der Rückweg kein Problem, unser Toyota Prado 4x4 Landcruiser meisterte dies Hürde problemlos. Am 24.6. kamen wir dann in Alice Spring an. Dort bereiften wir alle 4 Räder neu, dies und jenes musste neu geschraubt und gewartet werden. Nach dieser tagelangen Schütteltour, löst sich  auch bei einem Trailer da und dort einiges. Wiedermal gemütlich sein, ausschlafen, waschen, Text schreiben, Fotos strählen…..uf bärndütsch gseit, eifach chli hüsele.
Am 28.6. fahren wir dann relativ zackig gegen Norden, eines der Wunschziele ist der Kakadu Nationalpark. Das Schöne ist, es wird jeden Tag wärmer, wir fahren buchstäblich vom Winter in den Wintersommer.

Australien

März - Mai 2019

Über Singapur flogen wir zurück nach Sydney. Dort hatte Martin für 3 Tage im Great Southern Hotel ein Zimmer mit einem sehr feinen Frühstück vorgebucht. Sogar frischen Karottensaft, herrlich, wir schlemmten wie die Fürsten.
5300 Maritime Museum5301 Opera Sydney

Trotz Jetlag spazierten wir durch die Gassen zum Maritimen Museum. Unterwegs begegneten uns tausende von Frauen, es war ein christliches Frauentreffen von ganz Australien. Auch sah man da und dort Tai Chi Wie auch politisch motivierte für Frieden meditierende in sich ruhende Asiaten. Unter Brücken, auf öffentlichen Plätzen, es war sichtbar, dass sie tief in sich ruhten.
Das Maritime Museum gab uns unter anderem einen Einblick ins U-Boot leben. Wie viele Männer auf sehr engem Raum in  bis zu 100-200m Tiefe ein fast alltägliches Leben führten. Militärisch strukturiert, verschiedener Komfort für verschiedene Hierarchien.
Am Sonntag ergatterten wir uns 2 Ticket, um die Great Opera Hits im grossen Saal der wirklich sehenswerten, zum Unesco-Welterbe gehörenden Opera von Sydney zu geniessen. Die Bauzeit des vom dänischen Architekten Jorn Utzon entworfenen Gebäudes dauerte von 1959-1973. Ein sehenswertes und unvergesslich eindrückliches Gebäude.
Nicht nur die Opera, Sydney ist es gelungen alt und neu so genial zu kombinieren, dass es eine optische Wohltat ist einfach so durch die Stadt zu schlendern.


Am 18. März flogen wir nach Gold Coast, wo uns Gavin zurück zu unserer Kalea brachte. Sie lag wohl behütet in Boatworks Coomera. Es fühlte sich gut an zumindest wieder vorübergehend zuhause zu sein. Schliefen wir doch mehr als 2 Monate auf „fremden“ Kissen.

5302 Geburtstag bei Gavin

5305 ZigZagDie ersten Tage zurück in Coomera waren wir sehr aktiv. Martins Geburtstag feierten wir mit Nadine und Gavin, dann folgte paar Tage später mit ihnen ein Ausflug in die Tambourine Mountains mit Botanicgarden, wunderbares Mittagessen im Rest. St. Bernhard (Schweizer Bernhardinerhunde lassen grüssen). Natürlich streckten wir schon mal die Fühler aus, um eine praktische Storage Unit zu finden. Dann besichtigten wir diverse Wohneinheiten, um während der Uebergangszeit zwischen Kalea und dem Landreisen ein Logi zu haben, wo wir alle unsere übriggebliebenen Sachen nochmals in Ruhe durchkämmen konnten. 3 Stappel: Einer für weg, einer um in die Schweiz zu senden und einen für unser Leben während der Landreise. Im angrenzenden Gelände zu unserem Storage liegt Ashmore Palms Holiday Village mit einem Pool, eigene Küche, Stube, Schlafzimmer und Bad. Auch in Fussdistanz gibt es eine Waschmöglichkeit. Super.


5304 Grant MartinAnfangs April ging der Verkauf von Kalea schon recht verbindlich los. Bereits per Mail (erstes Angebot erhielten wir unterwegs auf dem Flughafen in Singapur), dann ging es Schlag auf Schlag. 3. April, Interesse wurde konkret. 5.April Seatrail mit anschliessendem Survey, abends tranken wir noch auf dem Lift Champagner. Dann hatten wir noch genau 10 Tage Zeit um Kalea leer zu räumen. Eigentlich eine sehr angenehme Zeit, da es endlich vorwärts ging. Warten und nicht wissen, das ewige vielleicht segeln wir doch weiter, vielleicht aber auch nicht hatte endlich ein Ende. Mit unserem Mietauto konnten wir bereits Kiste um Kiste in die Storage Unit fahren und am 15.April, den Rest beim Umzug unser “Häuschen“. Während dieser Zeit schaute Iris gut darauf, dass wir wenigstens 1x pro Tag 1 Stunde Bewegung hatten. Unsere Teamarbeit ging fliessend und ohne grosse Holpersteine voran.
Ab und zu trafen wir bekannte Segler wie Deb & Greg von SV Kalliope, Angi & Roli von SV Scallywag, Nancy & Philip von ExSV Blue Bie, Jeanette & David von Geniet Lew, Rick von SV Duplicat viele wunderschöne Erlebnisse mit Irène & Georg mit Mia, Noah, Lino von SV Zig Zag etc. etc….
Am 19.April landeten Sam (Samantha) und Grant Wing und übernahmen Kalea, um sie als Skipper mit Crew nach Neukaledonien zu bringen. Das Geld war auf einem Sperrkonto bei Multihulll Solution zwischen gelagert. So konnten beide Seiten sicher sein, dass alles mit rechten Dingen zu und her ging.
Am 26.April segelte Martin mit der Crew und dem Skipper nach Southport um Kalea ein letztes Mal auszuklarieren. Am 30.April erreichte Kalea ohne Zwischenfälle Neukaledonien, wo am 2. Mai 2019 das Schiff offiziell an Grant Wing überschrieben wurde. Am 6.Mai löschten wir die Bootsregistrierung und fühlten uns endlich wieder einmal Sorgenfrei. Anschliessend feierten wir dies mit Nadine, Gavin, Jeanette und David im Surfclub in Southport und verschickten in alle Welt folgendes email:

 

Farewell KALEA
5309 Bye Bye KaleaSeit einigen Wochen waren wir mit dem Verkauf von Kalea beschäftig, dies war unter anderem der Grund dass wir schon lange nichts mehr von uns hören ließen.
Am letzten Freitag haben wir von unserer KALEA Abschied genommen. Sie hat am Samstag Southport Australien verlassen und segelte mit der neuen Crew nach Noumea, Neukaledonien. Vor 3 Tagen hat sie das australische Gewässer verlassen und somit konnte der Verkauf über die Bühne gehen. Der Skipper lief gestern Nacht in Noumea noch unter Schweizerflagge ein und verwandelt sich morgen in den neuen Kalea Captain respektive Eigner.  

Es war ein spezieller Moment uns von unserer KALEA zu trennen, war sie doch über 7 Jahre unser zuhause und hat uns über die Weltmeere von Südfrankreich bis nach Australien gebracht. Eine Schiffskonstruktion vom Feinsten. Die letzten Monate waren ein  Prozess. Erleichterung, Zukunftsneugier wechselten sich ab mit Wehmut und Trauer.
Wir wünschen ihr und der Crew weiterhin viel Glück auf allen Meeren. Kalea war eine gute Wahl.
Nun geht die Reise um die Welt über Land weiter. Das Off-Road-Fahrzeug ist bereits gewählt jedoch noch nicht getauft. Die Webseite wie auch unsere E-Mail Adressen bleiben bestehen. In Zukunft heisst es also, Wolken, Weite, Wüste anstelle von Wolken, Weite und Wellen.
Gegen Ende Monat beginnt die Reise in die Outbacks von Australien, mehr dazu sicher bald auf unserer Webseite.

Liebe Grüsse aus Down Under
Iris und Martin

 
5307 Ashmore PalmsParallel zum Bootsverkaufen waren wir bereits unterwegs um unseren Toyota Prado Landcruiser zu kaufen, liessen ihn bei ARB für die Outbacks ausrüsten. Besuchten eine Camper-trailer Ausstellung etwas nördlich von Brisbane und entschieden uns für einen Modcon Hybrid 3 Camper-trailer.
Den Mothersday genossen wir auf Geniet Lew mit Nadine und Gavin, flogen noch kurz für 2 Nächte nach Auckland um die 3 monatige Visaverlängerung wieder zu aktivieren. Martin pickte das VR Queens Hotel raus, das in super Fussdistanz zum Zentrum lag. Sushi, Sushi und nochmals Sushi, bis wir am Schluss nach einem französischem Restaurant lechzten.
Zurück an der Gold Coast verbringen wir noch 2 Tage mit Geniet Lew, halfen ihnen das Rigg neu zu installieren und genossen ihre Gesellschaft. Wann auch wieder wir uns wiedersehen werden, wir freuen uns darauf.
Dies war der letzte Bericht von uns fast „Sesshaften“. Bald werden wir, wie man hier so sagt: "hit the road"…..oder wie in Amerika "back on the road again",  die erste Etappe Australien zu bereisen unter die Räder nehmen und dann von unterwegs berichten.

Australien

November 18 bis Februar 19

5200 SouthportUm in Australien einzuklarieren, wählten wir Southport als Port of Entry. Dieser wurde uns von einigen Seglern empfohlen. Wie ihr noch im Bericht von Neukaledonien nachlesen könnt, bereiteten wir uns bis ins kleinste Detail vor, was sehr zu empfehlen ist. Ansonsten kostet es pro 15 Minuten zusätzlich Au$ 60.

Kaum waren Rita und Franz abgereist machten wir uns im Inneren der Küstenregion auf den Weg nach Boatworks Coomera. Dort hatten wir bereits vor Wochen einen Platz reserviert um Kalea aufs Land zu stellen. Eine Riesenliste war abzuarbeiten: Unterwasser neu streichen, Trampolin ersetzen, Dach über Cockpit erneuern, Tiefenmesser und GPS Empfänger ersetzen, Alu Antikorosion, Rigg testen, Decklicht und Windinstrument ersetzen, Motoren und Saildrive Service, Rumpf polieren, Bilgenpumpe ersetzen, Motorenräume und alle Locker auswaschen etc…


5201 BoatworksNach 2 Wochen intensiver Arbeit, wasserten wir Kalea im Fluss wieder ein. Die restlichen Arbeiten, wie das Schiff ausmisten und alles wieder neu organisieren, waren auf dem Wasser sehr viel angenehmer zu tätigen. Wir genossen auch das Sozialleben. Teresa & Brett von Seismicwave luden uns in ihr Appartement in Southport zum Barbeque ein. Auch ein herzliches Wiedersehen mit Janett David, von Geniet Lew, bei Nadine und Gavin fand statt. Waren sie doch seit Tagen wegen ärgerlichen Wartungsarbeiten am Dock von Nadine und Gavin blockiert. Seit wir einander in Panama kennen gelernt haben, ergab es sich einmal mehr, dass wir praktisch Zeit und Ortsgleich unterwegs waren.  Noumea, Chesterfield Reef, Southport und dann praktisch Nachbarn in Coomera. Sie segelten weiter nach Tasmanien.

Für uns war „The Boatworks“ in Coomera die best organisierteste Bootswerft, die wir je gesehen haben. Waschen, Wifi gratis, jederzeit können in Boatworks eigene Autos gratis benützt werden. Sogar von Freitag 4pm bis Montagmorgen 7am. Dies ist alles in den Gebühren inbegriffen. Dazu kommt, dass es praktisch nur Profis auf dem Gelände gibt. Jede Firma zeichnet sich durch Zuverlässigkeit, guter qualitativer Arbeit und Pünktlichkeit aus. Zum Arbeitskomfort kommt noch eine sehr angenehme Barbequestelle am Fluss dazu, wo wir unter anderem mit Alan, Barb & Denys, wie auch Deb & Greg lustige Stunden verbrachten. Guatemala Nana Juana en Miniatur, leider ohne Pool. Was nach dem Verschenken im Pazifik noch übrig blieb sortierten wir aus und misteten (wie in einem Haus, nach einer gewissen Zeit muss man mal entrümpeln). Ein paar Dinge schrieben wir auf „Gumtree“ aus, einen Teil  verkauften wir an einen lokalen Secondhand Händler und den Rest gaben wir als Geschenk in ein Secondhand Geschäft.

Als wir am 30. November auslaufen wollen, funktionierte der Tiefenmesser  nicht. Unglaublich aber wahr. Am Abend konnten wir dank dem super Team Kalea auswassern und über Nacht auf dem Lift abtrocknen lassen. Der Raymarine Chef himself unterbrach die Weihnachtsfeier, um uns das Teil zu installieren. Auch Toni der Besitzer von Boatworks war persönlich engagiert.

5202 unterwegs nach ManlyAm nächsten Tag motorten wir durch die Kanal Flussverästelungen nach Manly, wo wir für 2 Monate einen Hafenplatz reserviert hatten. Manly ist südlich von Brisbane, praktisch zusammengewachsen mit Brisbane und trotzdem eher eine ländliche Dorfidylle. Es hat ein Schwimmbad sowie ein öffentliches Tidenbecken. In der Royal Club Marina war es ruhig nur ein paar Einheimische, die ab und zu ausliefen, definitiv ein guter Platz um mal wieder die Seele baumeln zu lassen.

Wir bereiteten uns auf unseren Schweizerbesuch vor der am 15. Dezember in Manly eintraf. Isabelle und Damian mit Rita und Franz nisteten sich in einem Airb&b ein. Ihr Mietobjekt lag direkt oberhalb vom Hafen, somit konnten wir die ersten Wiedersehenstage mit viel Raum, Terrasse und Barbeque geniessen.  


5203 Brisbane AusflugAusflüge nach Cedar Creeck, St. Helena Island, Rainbow Beach Weihnachten, Bundaberg, Glass House Montains, Manly unternahmen wir gemeinsam. In Moreton Island waren wir über Silvester für ein paar Tage nur zu Zweit. Die Anderen fuhren weiter rauf in den Norden. Anfangs Jahr besuchten wir sie in Brisbane. Die letzten gemeinsamen Tage verweilten sie in Wynmum, was für uns ein Katzensprung war. Beide hatten ein Mietauto so machten wir einen Parkausflug und besuchten südlich von Manly auf eine kleine Halbinsel. Auch segelten wir noch zusammen auf Moreton Island und genossen das Wandern auf den grossen Sanddünen. Trotzdem wir die Ferien nicht wie angedacht zu 6 auf unserem Schiff verbrachten, war es lustig und abwechslungsreich die Zeit miteinander zu verbringen. Dadurch war ihr Besuch natürlich auch sehr vielseitig und mit Reisen verbunden, wie auch für uns endlich wieder einmal Erholung pur.

Mitte Januar motorten wir wieder nach Coomera, Nadine und Gavin guckten einmal mehr ob die Hochspannungsleitung immer noch weit genug entfernt ist. Wir hatten enorm viel Glück, dass das nicht gut montierte Propellerblatt in Manly verloren ging.  Somit konnten wir in Coomera die Garantie problemlos einfordern. Da wir durch Multihull Solution ein super günstiges Angebot erhielten, konnten wir Kalea gleich dort gut betreut am Dock lassen.

5204 Girraween National Park5205 Three SistersFür eine Woche mieteten wir denselben Typ  Campervan, wie in Neuseeland. Die Reiseroute besprachen wir bei einem wunderschönen Abendessen bei Nadine and Gavin.
Warwick – AAOK Happy Apple Resort – Girraween National Park – Texas - Cranky Rocks Recreation Reserve (15$ für Beide, pensioniert) – Sawn Rocks Picnic Area – Narrabi –Coonabarabran – Terramungabine Reserve – Dubbo City Holiday Park - Taronga Western Plains Zoo -  Mudgee –Lake Lyell Campground –Williams Lookout – Wentworth Falls – Blue Mountains – Sydney Lane Cove Campground. Nach dieser Woche waren wir bis oben voll mit wunderschönen Natureindrücken, sodass wir den Australischen Geburtstag am 26.Januar gemütlich verschliefen.

Am 29. Januar flogen wir mit der Singapur Airlines, die wir sehr empfehlen können, über Singapur nach Zürich. In den nächsten 6 Wochen genossen wir jede Minute mit unseren Kindern und Grosskindern. Iris konnte endlich wieder einmal bei einer Berufskollegin die Praxis hüten. Die ersten Tage waren so richtig eiskalt und sonnig, ein winterliches Prachtwetter. Leider mussten wir abreisen bevor am 16. März Martins 6. Grosskind „Remo“ geboren wurde. Auch konnten wir wie immer nicht alle sehen, die uns am Herzen liegen, freuen uns dafür umso mehr auf das nächste Mal.

5206 Sydney OperaWieder zurück in Sydney waren noch eine Aufführung im Opernhaus und der Besuch des Maritimen Museums auf unserer Wunschliste. Beides ist sehr zu empfehlen. Dadurch, dass man in Sydney ein sehr praktisches öffentliches Transportnetz hat, ist es ein Genuss durch die Stadtschluchten zu pilgern, dann wieder kurz die Metro oder um die Seele baumeln zu lassen auch die Fähre zu nehmen.

Wir flogen von Sydney nach Gold Coast, wo uns Gavin abholte und uns auf Kalea brachte. Es war schön wieder in unseren eigenen 4 Wänden zu sein auch wenn es nur noch auf Zeit ist. Das Schiff ist super hergerichtet, sauber und bereit für was auch immer da kommen mag. Australien ist ein guter Platz um endlich wieder mal alles so richtig instant zu stellen.